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Betriebliches Gesundheitsmanagement in 2020 Рder vollständige Praxisleitfaden

Aktualisiert am: 20.07.2020

Betriebliches Gesundheitsmanagement - der vollständige Praxisleitfaden

Effektiv eingesetzt liefert ein betriebliches Gesundheitsmanagement unzählige Vorteile und steht deshalb zurecht immer weiter oben auf der Prioritätenliste zahlreicher Unternehmen.

Wollen Sie die Chancen eines BGMs auch f√ľhr Ihr Unternehmen nutzen? Dann sind Sie hier genau richtig. Egal ob Sie vor der Einf√ľhrung stehen oder das bestehende Gesundheitsmanagement Ihrer Firma optimieren wollen ‚Äď wir haben alle wichtigen Informationen f√ľr Ihren Erfolg im betrieblichen Gesundheitsmanagement parat!

1 Definition: Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) steht f√ľr die systematische Steuerung und Koordination von Prozessen, die die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Motivation von Mitarbeitern in Unternehmen f√∂rdern. Das vordergr√ľndige Ziel dabei ist, die Leistungsf√§higkeit der Belegschaft nachhaltig zu erhalten und messbar zu steigern.

2 Warum betriebliches Gesundheitsmanagement?

Das Erste und das Letzte, was viele von uns jeden Tag in der Hand haben, ist das Smartphone. Die Allgegenwart von Reizen uŐąberfordert uns. Lebens- und Arbeitswelten ver√§ndern sich, verschwimmen. Wir muŐąssen st√§ndig kreativ sein. MuŐąssen uns st√§ndig ver√§ndern, uns neu erfinden. Sollen st√§ndig unter unz√§hligen Optionen die Beste w√§hlen.

Dies bleibt nicht ohne Folgen: Stress, zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung sind wesentliche Treiber der physischen und psychischen Volkskrankheiten.

Und so wird all das, was den Einzelnen, aber auch Organisationen heute erfolgreich macht ‚Äď Kreativit√§t, Flexibilit√§t, Agilit√§t ‚Äď, von der gegenw√§rtigen Daueranspannung zerrieben und zermalmt. Klar ist: Geht es dem Einzelnen nicht gut, dann sinkt auch schnell die kollektive Energie einer Organisation.

Zunehmend setzt sich in Unternehmen deshalb die Erkenntnis durch, dass die Gesundheit der Mitarbeiter nicht nur die Mitarbeiter selbst etwas angeht. Sie steht maßgeblich mit den Interessen des Unternehmens in Zusammenhang.

Effektiv umgesetzt ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement also ein strategisch wertvoller Faktor f√ľr jedes Unternehmen – egal ob kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder Gro√ükonzern.

So fragen sich F√ľhrungskr√§fte und Entscheider: Wie kann ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen erfolgreich implementiert werden?

Wichtig dabei ist zuallererst, dass vor dem Start alle Schritte sorgf√§ltig bedacht werden. Denn √ľbertriebener Aktionismus f√ľgt h√§ufig mehr Schaden zu, als dass er hilft.

Bevor ein BGM zum Erfolgsfaktor in Ihrem Unternehmen werden kann, stellt sich deshalb zunächst die Frage nach der strategischen Zielsetzung.

Es gilt ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen, warum Sie als Unternehmer und Manager Verantwortung f√ľr die Gesundheit Ihre Mitarbeiter √ľbernehmen sollten.

2.1 Gr√ľnde f√ľr ein betriebliches Gesundheitsmanagement

Wie oben bereits angesprochen, befindet sich unsere Arbeitswelt in einem kontinuierlichem Wandel. Eine Vielzahl von Entwicklungen hat dazu gef√ľhrt, dass sich die beruflichen Anforderungen an die Mitarbeiter verschieben und zu neuen Belastungen im beruflichen Umfeld f√ľhren. Dazu z√§hlen:

  1. Arbeit im Dienstleistungssektor ersetzt körperliche Arbeit
    • Weniger Bewegung im Alltag
    • Haltungssch√§den durch monotone Schreibtischt√§tigkeit
  2. Höherer Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit
    • Mehr Arbeit f√ľr weniger Mitarbeiter verlangt Multitasking
    • H√§ufiger leistungsbasierte Verg√ľtung (Boni)
    • Entgrenzung der Arbeit: Freizeit und Arbeit verschwimmen
    • Vermehrt psychischer Druck und Stress
  3. Schnelllebige Technologie
    • Wechselnde Anforderung an die F√§higkeiten der Mitarbeiter
    • Wunsch nach st√§ndiger Erreichbarkeit w√§chst
    • H√§ufigere Ablenkung und Unterbrechung w√§hrend der Arbeit

Die Mitarbeiter verbringen einen signifikanten Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz. Umso wichtiger ist es, dass die Mitarbeiter mit den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt nicht alleine gelassen werden.

Deshalb sollten Sie ein Gesundheitsangebot fuŐąr eine neue Zeit schaffen, das jeden Einzelnen zu einem gesuŐąnderen Lebensstil mit gesteigertem Wohlbefinden bef√§higt.

Nachdem wir uns nun die Gr√ľnde f√ľr ein betriebliches Gesundheitsmanagement angeschaut haben, wollen wir uns im n√§chsten Schritt Fragen, welche konkreten Ziele mit einem BGM verfolgt werden k√∂nnen.

2.2 Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte nicht nur als weicher Faktor abgetan werden. Jede Ma√ünahme sollte wohl √ľberlegt sein und muss mittelbar die Wettbewerbsf√§higkeit, Profitabilit√§t und das Wachstum des Unternehmens f√∂rdern.

Nur wenn das Gesundheitsprogramm einen nachhaltigen Wertbeitrag liefert, können sich die Investitionen in die Mitarbeitergesundheit langfristig in der jährlichen Budgetplanung behaupten.

Folgende harte strategische Ziele lassen sich f√ľr das BGM als direkte Bezugsgr√∂√üen formulieren:

  • Fehlzeiten reduzieren (Absentismus)
  • K√ľndigungen reduzieren
  • Arbeitsunf√§lle minimieren
  • Fr√ľhberentungen vermeiden
  • Produktivit√§t maximieren (Pr√§sentismus verhindern)

Zusätzlich gibt es weiche Ziele, die die harten Ziele beeinflussen:

  1. Mitarbeiter f√ľhlen sich wohl bei der Arbeit
  2. Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Unternehmen
  3. F√ľhrungskr√§fte legen gesundes F√ľhrungsverhalten an den Tag
  4. Kollegen und F√ľhrungskr√§fte vertrauen einander
  5. Arbeitsprozesse sind gesundheitsgerecht gestaltet
  6. Mitarbeiter sind ihren Aufgaben gewachsen und belastbar
  7. Mitarbeiter werden zu gesundheitsgerechtem Verhalten befähigt und motiviert
  8. Output und Qualität der Mitarbeiter steigen

3 Aufgaben und Teilbereiche des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Die Theorie hinter dem betrieblichen Gesundheitsmanagement baut auf Aaron Antonovskys Gesundheitsmodell der Salutogenese auf (Antonovsky, 1997). Zentrale Idee des Modells ist, dass niemand ausschließlich nur gesund oder nur krank ist. Vielmehr hat jeder ein bestimmtes Spektrum an gesunden und kranken Anteilen. Jeder befindet sich also auf dem Kontinuum von Gesundheit und Krankheit irgendwo zwischen den Polen der vollständigen Gesundheit und der absoluten Krankheit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement und das Konzeopt der Salutogenese

Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es demnach, Menschen dazu zu bef√§higen, sich m√∂glichst nah dem Pol der Gesundheit auf dem sogenannten ‚ÄěGesundheits-Krankheits-Kontinuum‚Äú anzun√§hern.

Gesundheit und Krankheit sind nach Antonovsky keine von au√üen herbeigef√ľhrten Zust√§nde, sondern h√§ngen ma√ügeblich von der Lebensweise des Individuums ab. Versteht ein Mensch, wie er ges√ľnder leben kann, bekommt einen verst√§ndlichen Plan zur Umsetzung und ist sich der Bedeutsamkeit von Gesundheit bewusst, so steigt die Bereitschaft, selbst aktiv auf den Pol der Gesundheit zuzusteuern.

F√ľr die Praxis stellt sich nach dem Prinzip der Salutogenese vorrangig die Frage, wie Mitarbeiter sich selbst gesund halten k√∂nnen, anstelle der Frage, wie Krankheit vermieden werden kann.

3.1 Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Oft wird betriebliche Gesundheitsf√∂rderung mit dem Begriff des BGM gleichgesetzt. Tats√§chlich ist die Gesundheitsf√∂rderung jedoch eine Teildisziplin. Wie der Begriff schon sagt, geht es um die Umsetzung gesundheitsf√∂rdernder Ma√ünahmen in Unternehmen. Wichtigste Aufgabe der Gesundheitsf√∂rderung ist die Verhaltenspr√§vention zur St√§rkung der k√∂rperlichen und psychischen Gesundheitsressourcen der Mitarbeiter. Im Leitartikel Betriebliche Gesundheitsf√∂rderung geben wir eine ausf√ľhrliche √úbersicht √ľber alle operativen BGM Ma√ünahmen.

3.2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Im Idealfall werden Mitarbeiter gar nicht erst krank. In unvermeidbaren F√§lle hat der Arbeitgeber nach der R√ľckkehr die Pflicht, die Wiederaufnahme der Arbeitst√§tigkeit des Betroffenen zu unterst√ľtzen und ein R√ľckfall in die Arbeitsunf√§higkeit zu vermeiden. Alle wichtigen Aspekte beleuchten wir im Leitartikel Betriebliches Eingliederungsmanagement.

3.3 Arbeitsschutz & Arbeitsmedizin

Als Arbeitgeber m√ľssen Sie Ihre Arbeitnehmer bestm√∂glich vor berufsbedingten Gefahren sch√ľtzen. Dabei gilt es beispielsweise Arbeitsunf√§lle zu vermeiden und den Mitarbeiter keiner gesundheitssch√§digenden Belastung ohne Schutzma√ünahmen auszusetzen. Im Leitartikel Arbeitsschutz erfahren Sie alles Wichtige √ľber Ihre Pflichten als Arbeitgeber.

Die 3 Säulen des BGMs - BGF BEM und Arbeitsmedizin

4 Wie Sie Ihr BGM organisieren

Zwei wichtige Prinzipien bei der Umsetzung im BGM sind Partizipation und Ganzheitlichkeit: ein BGM kann nur dann erfolgreich sein, wenn 1) die Bed√ľrfnisse aller Mitarbeiter/innen ber√ľcksichtig und in die gesundheitsf√∂rdernden Ma√ünahmen einbezogen werden 2) alle Teildisziplinen und Fachbereiche in die Planung umfassend eingebunden werden.

Nur so können Maßnahmen effektiv beschlossen und Ineffizienzen durch Überschneidung von Aktivitäten vermieden werden. Ein ganzheitlicher Blick hilft zudem Synergien zu schaffen und das volle Potenzial auszuschöpfen.

4.1 Arbeitskreis Gesundheit und Gesundheitszirkel

Die Organisation eines Gesundheitsmanagements im Unternehmen ist eine funktions√ľbergreifende Aufgabe. Daher bietet es sich an, s√§mtliche planerischen Aktivit√§ten wie die Wahl der Handlungsfelder und das Festlegen der Ziele und Ma√ünahmen in einem interdisziplin√§ren Steuerungskreis zu beschlie√üen. Diesem sogenannten Arbeitskreis Gesundheit geh√∂ren Vertreter aller relevanter Abteilungen an.

Neben dem Arbeitskreis Gesundheit gibt es in vielen Unternehmen in regelmäßigen Abständen einen Gesundheitszirkel. Hier suchen die Verantwortlichen des Gesundheitsmanagements, im direkten Austausch mit den Mitarbeitern, neue Ideen zur Planung und Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen.
Mehr zum Arbeitskreis Gesundheit und Gesundheitszirkel und wie Sie diese genau organisieren und durchf√ľhren, erfahren Sie in unserem Leitfaden.

5 BGM Konzept entwickeln: So f√ľhren Sie ein BGM in ihrem Unternehmen ein

Nachdem wir die wichtigsten Grundlagen kennengelernt haben, zeigen wir Ihnen nun einen Prozess, mit dem Sie das betriebliche Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen systematisch aufsetzen und voranbringen:
Mit diesen Schritten entwickeln Sie Ihr BGM-Konzept

5.1 Bestandsanalyse

Bevor Sie anfangen f√ľr die Zukunft zu planen, sollten Sie sich zun√§chst einen √úberblick verschaffen, wo das Gesundheitsmanagement Ihres Unternehmens aktuell steht, welche bestehenden Strukturen und Prozesse es gibt und wo m√∂gliche √úberschneidungspunkte bei der Planung neuer Aktivit√§ten entstehen k√∂nnen. Im Rahmen der Bestandsaufnahme identifizieren Sie au√üerdem alle relevanten Personen im Unternehmen, die in den BGM Prozess eingebunden werden sollten.

5.2 Strategische Zielgrößen wählen

Im Rahmen der strategischen Zielsetzung definieren Sie die Erwartungen, die das BGM im Kontext Ihrer gesamten Unternehmensstrategie erf√ľllen soll. Wie in der Aufz√§hlung oben beschrieben, lassen sich eine Vielzahl harter und weicher Gesundheitsziele formulieren.

Harte Ziele haben dabei einen direkten Bezug zu Kosten oder Umsatz des Unternehmens, während weiche Ziele im Zusammenhang mit einer nachhaltig gesunden Unternehmenskultur stehen.

Durch eine breite Selektion von harten und weichen Zielen decken Sie die Einfl√ľsse von Gesundheit auf den Erfolg Ihres Unternehmens ganzheitlich ab. Jede gew√§hlte Zielgr√∂√üe muss sich jedoch quantitativ oder qualitativ evaluieren lassen. Mehr dazu unter 5.7 – Ergebnisse evaluieren.

5.3 Analyse des Status Quo

Nachdem Sie das gesamte Spektrum der f√ľr Ihr Unternehmen relevanten Gesundheitsziele definiert haben, m√ľssen Sie den Ist-Zustand der gew√§hlten Zielgr√∂√üen bestimmen. Je nach Ziel kommen dabei verschiedene Analysetools in Frage:

AnalyseverfahrenStrategisches BGM Ziel
Dokumentation aus dem PersonalwesenKrankheitstage

K√ľndigungen durch Mitarbeiter

Anzahl der Arbeitsunfälle

Anzahl der Fr√ľhberentungen

Relevante Output Daten aus Produktion & Controlling

Input Daten aus dem Personalwesen

Produktivität
Mitarbeiterbefragungen

Gefährdungsbeurteilungen

Mitarbeiterzufriedenheit

Mitarbeiteridentifikation

Bewertung von Vorgesetzten

Wahrgenommener Stress

Persönliche Gesundheitseinschätzung

F√ľr Ihren n√§chsten Gesundheitsbericht oder BGM-Report steht √ľber unseren BGM-Werkzeugkasten ein umfassendes Template zum kostenlosen Download bereit.

Neben Analysen sollten Sie sich immer auf Ursachenforschung begeben, um die Gr√ľnde beispielsweise f√ľr Fehlzeiten besser zu verstehen. Hier kann eine Anfrage bei der Krankenkasse n√ľtzlich sein, bei der die meisten Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen versichert sind. So kann das Budget sp√§ter effektiv dort eingesetzt werden, wo die gr√∂√üten Defizite bestehen.

5.4 Operative Ziele setzen

Nachdem Sie Ihre Gesundheitsziele definiert und den Istzustand der gewählten Zielgrößen bestimmt haben, gilt es im nächsten Schritt, die strategischen Ziel in einen operativen Meilensteinplan herunterbrechen.

Ziele sollten nach dem ‚ÄěSMART‚Äú Prinzip gesteckt werden (Specific, Measurable, Accepted, Reasonable, Time Bound). Das hei√üt, dass operative Ziele klar definiert, messbar, von allen Entscheidern abgesegnet, realisierbar und zeitlich fixiert sein sollten. Ein Zeithorizont von 24 Monaten f√ľr die operative Zielsetzung hat sich in der Praxis bew√§hrt.

5.5 BGM Maßnahmen selektieren

Nachdem die Zielsetzung erfolgt ist, kann ein Ma√ünahmenplan erstellt werden. Folgende Kriterien sollten daher bei der Selektion geeigneter Ma√ünahmen zur Zielerreichung ber√ľcksichtigt werden:

  1. Zu erwartender quantitativer Effekt auf die Zielgr√∂√üe √ľber den Planungszeitraum
  2. Direkte Kosten (Finanzierung) der Maßnahmen
  3. Indirekte Kosten (Arbeitszeit, Ressourcen des BGM Projektleiters, etc.)
  4. Akzeptanz und Interesse der Mitarbeiter

Unterscheiden lassen sich grundsätzlich präventive und korrektive Maßnahmen.

Pr√§ventive Ma√ünahmen zielen darauf ab, die Mitarbeiter proaktiv zum Erhalt ihrer Gesundheit, Motivation und Produktivit√§t anzuregen. Diese Ma√ünahmen sind grunds√§tzlich f√ľr alle Mitarbeiter f√∂rderlich und sollten entsprechend angeboten werden.

Korrektive Maßnahmen richten sich an die Mitarbeiter, die bereits krank, demotiviert oder unproduktiv sind und versuchen diesem Negativzustand entgegenzuwirken.

Beide Arten von Maßnahmen sind wichtig. Wo Sie Fokus setzen ergibt sich aus der Ist-Analyse.

Maßnahmen können auch nach den drei Säulen des BGMs gegliedert werden:

Gesundheitsf√∂rdernde Ma√ünahmen: Dies schlie√üt alle Ma√ünahmen wie Gesundheitskurse und Obstk√∂rbe f√ľr die Mitarbeiter ein.

Gestaltung der Arbeitsprozesse: Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter haben einen immensen Einfluss auf den Gesundheitszustand. Bei B√ľrot√§tigkeiten entsteht neben dem Bewegungsmangel durch den gestiegenen Arbeitsdruck zum Beispiel auch psychisches Gef√§hrdungspotenzial. Beim Streben nach Effizienz sollte der Faktor Mensch daher nicht vergessen werden.

Verhalten der F√ľhrungskr√§fte: Gesundheitsmanagement in Unternehmen ist eine F√ľhrungsaufgabe. Ohne bewusste Entscheidung der Unternehmensf√ľhrung ist ein Einstieg wenig erfolgsversprechend. Das Denken und F√ľhrungsverhalten der Manager beeinflusst die Mitarbeitergesundheit ma√ügeblich. Gesundes F√ľhren kann durch Schulungen der F√ľhrungskr√§fte in den Fokus gebracht werden. Einen vollst√§ndigen √úberblick geben wir im Artikel zum Thema Gesund F√ľhren.

5.6 BGM Maßnahmen implementieren

Nachdem die Ma√ünahmen ausgew√§hlt wurden k√∂nnen Sie sich an die Umsetzung machen. Eine wichtige Frage ist hier zum Beispiel, in welchem Rahmen die Ma√ünahmen an die Mitarbeiter kommuniziert werden sollen, welche Ma√ünahmen intern umgesetzt werden k√∂nnen und f√ľr welche Ma√ünahmen Sie einen externen BGM Dienstleister beauftragen wollen.

5.7 Ergebnisse Evaluieren

Genau wie die finanziellen Ausgaben in anderen Abteilungen, werden auch die Investitionen im BGM in regelm√§√üigen Abst√§nden auf den Pr√ľfstand gestellt. Dabei wird untersucht, wie genau sich Kosten und Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements gegen√ľberstehen.

Nur wenn Sie die Wirksamkeit Ihrer BGM Aktivit√§ten im Hinblick auf die zuvor gesteckte Zielsetzung evaluieren, k√∂nnen Sie nachweisen, ob sich die Investition auch auszahlt. Deshalb sollte sie das Thema Erfolgsnachweis m√∂glichst fr√ľh auf die Agenda nehmen.

Im Idealfall gehen Sie dabei noch einen Schritt weiter und erfassen neben langfristigen Erfolgskennzahlen auch passende Fr√ľhindikatoren. Mit diesen sogenannten Potenzial- und Prozesskennzahlen erstellen Sie ihr eigenes Kennzahlensystem, das Ihnen neben der perfekten Grundlage f√ľr die Erfolgsbewertung auch ein schlagkr√§ftiges Steuerungsinstrument liefert.
Betriebliches Gesundheitsmanagement messen mit diesem Kennzahlen
So k√∂nnen Sie zu jeder Zeit genau nachvollziehen wo sie in Sachen Zielerreichung gerade stehen und bei Bedarf den Kurs anpassen. So messen Sie ihr BGM nicht nur, sie steuern es! Einen detaillierten(!) Einblick dar√ľber, mit welchen Kennzahlen Sie Ihren BGM Erfolg messen und steuern k√∂nnen, geben wir in unserem Leitfaden.

6 Digitales BGM – Die Zukunft des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Immer mehr Anbieter und Unternehmen setzen bei der Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf digitale Formate. Dieser Trend ist schon seit einiger Zeit zu erkennen, wurde jedoch im Zuge der Herausforderungen rund um COVID-19 nochmal stark beschleunigt.

Auch wir setzen bereits seit Jahren auf die stetige Weiterentwicklung unseres digitalen Angebots und sehen dabei in unserem Arbeitsalltag jeden Tag, wie individuell und zielgerichtet wir eine große Anzahl an Mitarbeitern mit unserer App betreuen können:

Digitales betriebliches Gesundheitsmanagement - die Vorteile einer App

Die Vorteile liegen auf der Hand: Gesundheits-Apps sind flexibel einsetzbar und k√∂nnen mit wenigen Klicks eine gro√üe Anzahl an Mitarbeitern gleichzeitig erreichen. Darunter auch diejenigen, die bisher aus √∂rtlichen oder zeitlichen Gr√ľnden nicht regelm√§√üig an Ma√ünahmen teilnehmen konnten.

Doch das digitale BGM ist kein reiner Selbstl√§ufer und steht vor einigen Herausforderungen. Eine zentrale Baustelle ist beispielsweise das Thema Personalisierung. Das Thema Gesundheit hat f√ľr jeden eine individuelle Bedeutung. Es ist deshalb wichtig, dass das digitale Programm an das pers√∂nliche Ziel und Leistungsniveau des einzelnen Mitarbeiters angepasst werden kann. Digitale Programme sollten also immer Blick haben, dass das Programm individuell zusammengestellt werden kann.

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Ein weiteres Thema, dass im digitalen BGM immer wieder in den Fokus r√ľckt, ist das Thema Datensicherheit. Gesundheitsdaten sind sensible personenbezogene Daten, die zurecht mit den h√∂chsten Sicherheitsstandards erhoben und verarbeitet werden m√ľssen.

Auch unter Einbezug der Herausforderungen, ist jedoch eine Sache bereits klar: An der Digitalisierung f√ľhrt auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement kein Weg vorbei. Die Vorteile von Apps und anderen digitalen Plattformen sind einfach zu gro√ü und werden deshalb in Zukunft immer weiter in den Fokus r√ľcken. Wir

Sie sollten sich fr√ľhzeitig damit auseinandersetzen, welche digitalen Elemente Sie in Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement integrieren k√∂nnen. Einen ausf√ľhrlichen Einblick in die unterschiedlichen digitalen Angebote, sowie deren Chancen und Herausforderungen, geben wir in unserem Leitfaden zum Thema digitales BGM.

7 Betriebliches Gesundheitsmanagement in Deutschland

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in Deutschland noch immer ein relativ neues Thema. Historisch sahen Unternehmen die Verantwortung √ľber die Gesundheit eher bei den Mitarbeitern selbst und im Gesundheitssystem.

Eine Studie der FOM Hochschule f√ľr Oekonomie & Management aus dem Jahr 2013 hat ergeben, dass bisher nur in 42,2% der Unternehmen in Deutschland ein BGM etabliert ist (Gansser & Linke, 2013). Zum Vergleich: In den USA gaben mehr als zwei Drittel der Arbeitgeber an, ein Corporate Wellness Programm zu haben (Valet, 2015).

Von den Unternehmen, die kein aktives BGM etabliert hatten, erachteten 79,4% die Einf√ľhrung f√ľr wichtig, obwohl viele angaben, nicht gut √ľber das Thema Bescheid zu wissen.

Dennoch gaben nur 5,9% dieser Gruppe an, die Einf√ľhrung eines BGMs konkret zu planen.

Ob ein BGM etabliert war hing au√üerdem ma√ügeblich von der Unternehmensgr√∂√üe gemessen an der Anzahl der Vollbesch√§ftigen ab. Besonders KMUs tun sich bei der Einf√ľhrung offensichtlich noch schwer.

Hier zeigt sich ein erheblicher Bedarf an kompetenter Unterst√ľtzung, hinsichtlich der Frage, wie ein BGM effektiv im Unternehmen etabliert werden kann.

8 Ausbildung und Weiterbildung im BGM

In der Regel wird das BGM nur in Großunternehmen von einem spezialisierten Gesundheitsmanager betreut. Welche Qualifikation ist notwendig, um als betriebliches Gesundheitsmanager erfolgreich zu sein? Verschiedene Lehrstellen bieten eine Ausbildung zum betrieblichen Gesundheitsmanager an.

Vereinzelt gibt es auch Studiengänge der Betriebswirtschaftslehre, die eine Schwerpunktsetzung im BGM ermöglichen.

Eine Weiterbildung f√ľr F√ľhrungskr√§fte und Mitarbeiter aus dem Personalwesen bieten mittlerweile ebenfalls viele Hochschulen an.

Eine ausf√ľhrliche √úbersicht geben wir in unserem Leitartikel zum Thema Ausbildung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

bgm-toolkit

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4 Comments

  • Richard S.
    13. Juli 2020 um 16:14

    Guter Artikel! Am Ende ist meiner Meinung nach die Selektion der richtigen Ma√ünahmen der entscheidende Erfolgsfaktor – aber auch der herausforderndste. Wie auch schon im Artikel erw√§hnt bedeutet Gesundheit f√ľr jeden etwas anderes.

    • Senseble
      14. Juli 2020 um 15:11

      Vielen Dank f√ľr das Feedback. Wir sehen das genauso. Letztendlich ist entscheidend welche Ma√ünahmen umgesetzt werden und ob sie zu den Bed√ľrfnissen der Belegschaft passen. Deshalb hilft reiner Aktionismus nicht weiter. Es gilt vorab sauber zu analysieren welche Themen relevant sind und wo die gr√∂√üten Hebel liegen. Viele Gr√ľ√üe, Ihr Senseble Team

  • Sebastian Ritter
    17. Juli 2020 um 14:17

    Sehr umfangreicher Artikel, bei dem man zwischendurch eine Pause vertragen kann ūüėČ Spa√ü beiseite… wirklich viele relevante Infos. Danke f√ľr diese Ausf√ľhrung!

    • Thomas Kirchner
      20. Juli 2020 um 15:51

      Wir mussten beim Schreiben des Artikels auch einige Pausen einlegen ūüôā ein spannendes Thema eben, zu dem es einiges zu berichten gibt. Es freut uns sehr, dass relevante Informationen f√ľr Sie dabei waren. Viele Gr√ľ√üe, Ihr Senseble Team

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