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Betriebliches Gesundheitsmanagement in 2020 – der vollst├Ąndige Praxisleitfaden

Aktualisiert am: 10.09.2020

Betriebliches Gesundheitsmanagement - der vollst├Ąndige Praxisleitfaden

Effektiv eingesetzt liefert ein betriebliches Gesundheitsmanagement unz├Ąhlige Vorteile und steht deshalb zurecht immer weiter oben auf der Priorit├Ątenliste zahlreicher Unternehmen.

Wollen Sie die Chancen eines BGMs auch f├╝hr Ihr Unternehmen nutzen? Dann sind Sie hier genau richtig. Egal ob Sie vor der Einf├╝hrung stehen oder das bestehende Gesundheitsmanagement Ihrer Firma optimieren wollen ÔÇô wir haben alle wichtigen Informationen f├╝r Ihren Erfolg im betrieblichen Gesundheitsmanagement parat!

1 Definition: Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) steht f├╝r die systematische Steuerung und Koordination von Prozessen, die die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Motivation von Mitarbeitern in Unternehmen f├Ârdern. Das vordergr├╝ndige Ziel dabei ist, die Leistungsf├Ąhigkeit der Belegschaft nachhaltig zu erhalten und messbar zu steigern.

2 Warum betriebliches Gesundheitsmanagement?

Das Erste und das Letzte, was viele von uns jeden Tag in der Hand haben, ist das Smartphone. Die Allgegenwart von Reizen u╠łberfordert uns. Lebens- und Arbeitswelten ver├Ąndern sich, verschwimmen. Wir mu╠łssen st├Ąndig kreativ sein. Mu╠łssen uns st├Ąndig ver├Ąndern, uns neu erfinden. Sollen st├Ąndig unter unz├Ąhligen Optionen die Beste w├Ąhlen.

Dies bleibt nicht ohne Folgen: Stress, zu wenig Bewegung und schlechte Ern├Ąhrung sind wesentliche Treiber der physischen und psychischen Volkskrankheiten.

Und so wird all das, was den Einzelnen, aber auch Organisationen heute erfolgreich macht ÔÇô Kreativit├Ąt, Flexibilit├Ąt, Agilit├Ąt ÔÇô, von der gegenw├Ąrtigen Daueranspannung zerrieben und zermalmt. Klar ist: Geht es dem Einzelnen nicht gut, dann sinkt auch schnell die kollektive Energie einer Organisation.

Zunehmend setzt sich in Unternehmen deshalb die Erkenntnis durch, dass die Gesundheit der Mitarbeiter nicht nur die Mitarbeiter selbst etwas angeht. Sie steht ma├čgeblich mit den Interessen des Unternehmens in Zusammenhang.

Effektiv umgesetzt ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement also ein strategisch wertvoller Faktor f├╝r jedes Unternehmen – egal ob kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder Gro├čkonzern.

So fragen sich F├╝hrungskr├Ąfte und Entscheider: Wie kann ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen erfolgreich implementiert werden?

Wichtig dabei ist zuallererst, dass vor dem Start alle Schritte sorgf├Ąltig bedacht werden. Denn ├╝bertriebener Aktionismus f├╝gt h├Ąufig mehr Schaden zu, als dass er hilft.

Bevor ein BGM zum Erfolgsfaktor in Ihrem Unternehmen werden kann, stellt sich deshalb zun├Ąchst die Frage nach der strategischen Zielsetzung.

Es gilt ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen, warum Sie als Unternehmer und Manager Verantwortung f├╝r die Gesundheit Ihre Mitarbeiter ├╝bernehmen sollten.

2.1 Gr├╝nde f├╝r ein betriebliches Gesundheitsmanagement

Wie oben bereits angesprochen, befindet sich unsere Arbeitswelt in einem kontinuierlichem Wandel. Eine Vielzahl von Entwicklungen hat dazu gef├╝hrt, dass sich die beruflichen Anforderungen an die Mitarbeiter verschieben und zu neuen Belastungen im beruflichen Umfeld f├╝hren. Dazu z├Ąhlen:

  1. Arbeit im Dienstleistungssektor ersetzt k├Ârperliche Arbeit
    • Weniger Bewegung im Alltag
    • Haltungssch├Ąden durch monotone Schreibtischt├Ątigkeit
  2. H├Âherer Druck auf die Wettbewerbsf├Ąhigkeit
    • Mehr Arbeit f├╝r weniger Mitarbeiter verlangt Multitasking
    • H├Ąufiger leistungsbasierte Verg├╝tung (Boni)
    • Entgrenzung der Arbeit: Freizeit und Arbeit verschwimmen
    • Vermehrt psychischer Druck und Stress
  3. Schnelllebige Technologie
    • Wechselnde Anforderung an die F├Ąhigkeiten der Mitarbeiter
    • Wunsch nach st├Ąndiger Erreichbarkeit w├Ąchst
    • H├Ąufigere Ablenkung und Unterbrechung w├Ąhrend der Arbeit

Die Mitarbeiter verbringen einen signifikanten Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz. Umso wichtiger ist es, dass die Mitarbeiter mit den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt nicht alleine gelassen werden.

Deshalb sollten Sie ein Gesundheitsangebot fu╠łr eine neue Zeit schaffen, das jeden Einzelnen zu einem gesu╠łnderen Lebensstil mit gesteigertem Wohlbefinden bef├Ąhigt.

Nachdem wir uns nun die Gr├╝nde f├╝r ein betriebliches Gesundheitsmanagement angeschaut haben, wollen wir uns im n├Ąchsten Schritt Fragen, welche konkreten Ziele mit einem BGM verfolgt werden k├Ânnen.

2.2 Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte nicht nur als weicher Faktor abgetan werden. Jede Ma├čnahme sollte wohl ├╝berlegt sein und muss mittelbar die Wettbewerbsf├Ąhigkeit, Profitabilit├Ąt und das Wachstum des Unternehmens f├Ârdern.

Nur wenn das Gesundheitsprogramm einen nachhaltigen Wertbeitrag liefert, k├Ânnen sich die Investitionen in die Mitarbeitergesundheit langfristig in der j├Ąhrlichen Budgetplanung behaupten.

Folgende harte strategische Ziele lassen sich f├╝r das BGM als direkte Bezugsgr├Â├čen formulieren:

  • Fehlzeiten reduzieren (Absentismus)
  • K├╝ndigungen reduzieren
  • Arbeitsunf├Ąlle minimieren
  • Fr├╝hberentungen vermeiden
  • Produktivit├Ąt maximieren (Pr├Ąsentismus verhindern)

Zus├Ątzlich gibt es weiche Ziele, die die harten Ziele beeinflussen:

  1. Mitarbeiter f├╝hlen sich wohl bei der Arbeit
  2. Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Unternehmen
  3. F├╝hrungskr├Ąfte legen gesundes F├╝hrungsverhalten an den Tag
  4. Kollegen und F├╝hrungskr├Ąfte vertrauen einander
  5. Arbeitsprozesse sind gesundheitsgerecht gestaltet
  6. Mitarbeiter sind ihren Aufgaben gewachsen und belastbar
  7. Mitarbeiter werden zu gesundheitsgerechtem Verhalten bef├Ąhigt und motiviert
  8. Output und Qualit├Ąt der Mitarbeiter steigen

3 Aufgaben und Teilbereiche des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Die Theorie hinter dem betrieblichen Gesundheitsmanagement baut auf Aaron Antonovskys Gesundheitsmodell der Salutogenese auf (Antonovsky, 1997). Zentrale Idee des Modells ist, dass niemand ausschlie├člich nur gesund oder nur krank ist. Vielmehr hat jeder ein bestimmtes Spektrum an gesunden und kranken Anteilen. Jeder befindet sich also auf dem Kontinuum von Gesundheit und Krankheit irgendwo zwischen den Polen der vollst├Ąndigen Gesundheit und der absoluten Krankheit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement und das Konzeopt der Salutogenese

Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es demnach, Menschen dazu zu bef├Ąhigen, sich m├Âglichst nah dem Pol der Gesundheit auf dem sogenannten ÔÇ×Gesundheits-Krankheits-KontinuumÔÇť anzun├Ąhern.

Gesundheit und Krankheit sind nach Antonovsky keine von au├čen herbeigef├╝hrten Zust├Ąnde, sondern h├Ąngen ma├čgeblich von der Lebensweise des Individuums ab. Versteht ein Mensch, wie er ges├╝nder leben kann, bekommt einen verst├Ąndlichen Plan zur Umsetzung und ist sich der Bedeutsamkeit von Gesundheit bewusst, so steigt die Bereitschaft, selbst aktiv auf den Pol der Gesundheit zuzusteuern.

F├╝r die Praxis stellt sich nach dem Prinzip der Salutogenese vorrangig die Frage, wie Mitarbeiter sich selbst gesund halten k├Ânnen, anstelle der Frage, wie Krankheit vermieden werden kann.

3.1 Betriebliche Gesundheitsf├Ârderung (BGF)

Oft wird betriebliche Gesundheitsf├Ârderung mit dem Begriff des BGM gleichgesetzt. Tats├Ąchlich ist die Gesundheitsf├Ârderung jedoch eine Teildisziplin. Wie der Begriff schon sagt, geht es um die Umsetzung gesundheitsf├Ârdernder Ma├čnahmen in Unternehmen. Wichtigste Aufgabe der Gesundheitsf├Ârderung ist die Verhaltenspr├Ąvention zur St├Ąrkung der k├Ârperlichen und psychischen Gesundheitsressourcen der Mitarbeiter. Im Leitartikel Betriebliche Gesundheitsf├Ârderung geben wir eine ausf├╝hrliche ├ťbersicht ├╝ber alle operativen BGM Ma├čnahmen.

3.2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Im Idealfall werden Mitarbeiter gar nicht erst krank. In unvermeidbaren F├Ąlle hat der Arbeitgeber nach der R├╝ckkehr die Pflicht, die Wiederaufnahme der Arbeitst├Ątigkeit des Betroffenen zu unterst├╝tzen und ein R├╝ckfall in die Arbeitsunf├Ąhigkeit zu vermeiden. Alle wichtigen Aspekte beleuchten wir im Leitartikel Betriebliches Eingliederungsmanagement.

3.3 Arbeitsschutz & Arbeitsmedizin

Als Arbeitgeber m├╝ssen Sie Ihre Arbeitnehmer bestm├Âglich vor berufsbedingten Gefahren sch├╝tzen. Dabei gilt es beispielsweise Arbeitsunf├Ąlle zu vermeiden und den Mitarbeiter keiner gesundheitssch├Ądigenden Belastung ohne Schutzma├čnahmen auszusetzen. Im Leitartikel Arbeitsschutz erfahren Sie alles Wichtige ├╝ber Ihre Pflichten als Arbeitgeber.

Die 3 S├Ąulen des BGMs - BGF BEM und Arbeitsmedizin

4 Wie Sie Ihr BGM organisieren

Zwei wichtige Prinzipien bei der Umsetzung im BGM sind Partizipation und Ganzheitlichkeit: ein BGM kann nur dann erfolgreich sein, wenn 1) die Bed├╝rfnisse aller Mitarbeiter/innen ber├╝cksichtig und in die gesundheitsf├Ârdernden Ma├čnahmen einbezogen werden 2) alle Teildisziplinen und Fachbereiche in die Planung umfassend eingebunden werden.

Nur so k├Ânnen Ma├čnahmen effektiv beschlossen und Ineffizienzen durch ├ťberschneidung von Aktivit├Ąten vermieden werden. Ein ganzheitlicher Blick hilft zudem Synergien zu schaffen und das volle Potenzial auszusch├Âpfen.

4.1 Arbeitskreis Gesundheit und Gesundheitszirkel

Die Organisation eines Gesundheitsmanagements im Unternehmen ist eine funktions├╝bergreifende Aufgabe. Daher bietet es sich an, s├Ąmtliche planerischen Aktivit├Ąten wie die Wahl der Handlungsfelder und das Festlegen der Ziele und Ma├čnahmen in einem interdisziplin├Ąren Steuerungskreis zu beschlie├čen. Diesem sogenannten Arbeitskreis Gesundheit geh├Âren Vertreter aller relevanter Abteilungen an.

Neben dem Arbeitskreis Gesundheit gibt es in vielen Unternehmen in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden einen Gesundheitszirkel. Hier suchen die Verantwortlichen des Gesundheitsmanagements, im direkten Austausch mit den Mitarbeitern, neue Ideen zur Planung und Umsetzung von gesundheitsf├Ârdernden Ma├čnahmen.
Mehr zum Arbeitskreis Gesundheit und Gesundheitszirkel und wie Sie diese genau organisieren und durchf├╝hren, erfahren Sie in unserem Leitfaden.

5 BGM Konzept entwickeln: So f├╝hren Sie ein BGM in ihrem Unternehmen ein

Nachdem wir die wichtigsten Grundlagen kennengelernt haben, zeigen wir Ihnen nun einen Prozess, mit dem Sie das betriebliche Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen systematisch aufsetzen und voranbringen:
Mit diesen Schritten entwickeln Sie Ihr BGM-Konzept

5.1 Bestandsanalyse

Bevor Sie anfangen f├╝r die Zukunft zu planen, sollten Sie sich zun├Ąchst einen ├ťberblick verschaffen, wo das Gesundheitsmanagement Ihres Unternehmens aktuell steht, welche bestehenden Strukturen und Prozesse es gibt und wo m├Âgliche ├ťberschneidungspunkte bei der Planung neuer Aktivit├Ąten entstehen k├Ânnen. Im Rahmen der Bestandsaufnahme identifizieren Sie au├čerdem alle relevanten Personen im Unternehmen, die in den BGM Prozess eingebunden werden sollten.

5.2 Strategische Zielgr├Â├čen w├Ąhlen

Im Rahmen der strategischen Zielsetzung definieren Sie die Erwartungen, die das BGM im Kontext Ihrer gesamten Unternehmensstrategie erf├╝llen soll. Wie in der Aufz├Ąhlung oben beschrieben, lassen sich eine Vielzahl harter und weicher Gesundheitsziele formulieren.

Harte Ziele haben dabei einen direkten Bezug zu Kosten oder Umsatz des Unternehmens, w├Ąhrend weiche Ziele im Zusammenhang mit einer nachhaltig gesunden Unternehmenskultur stehen.

Durch eine breite Selektion von harten und weichen Zielen decken Sie die Einfl├╝sse von Gesundheit auf den Erfolg Ihres Unternehmens ganzheitlich ab. Jede gew├Ąhlte Zielgr├Â├če muss sich jedoch quantitativ oder qualitativ evaluieren lassen. Mehr dazu unter 5.7 – Ergebnisse evaluieren.

5.3 Analyse des Status Quo

Nachdem Sie das gesamte Spektrum der f├╝r Ihr Unternehmen relevanten Gesundheitsziele definiert haben, m├╝ssen Sie den Ist-Zustand der gew├Ąhlten Zielgr├Â├čen bestimmen. Je nach Ziel kommen dabei verschiedene Analysetools in Frage:

AnalyseverfahrenStrategisches BGM Ziel
Dokumentation aus dem PersonalwesenKrankheitstage

K├╝ndigungen durch Mitarbeiter

Anzahl der Arbeitsunf├Ąlle

Anzahl der Fr├╝hberentungen

Relevante Output Daten aus Produktion & Controlling

Input Daten aus dem Personalwesen

Produktivit├Ąt
Mitarbeiterbefragungen

Gef├Ąhrdungsbeurteilungen

Mitarbeiterzufriedenheit

Mitarbeiteridentifikation

Bewertung von Vorgesetzten

Wahrgenommener Stress

Pers├Ânliche Gesundheitseinsch├Ątzung

F├╝r Ihren n├Ąchsten Gesundheitsbericht oder BGM-Report steht ├╝ber unseren BGM-Werkzeugkasten ein umfassendes Template zum kostenlosen Download bereit.

Neben Analysen sollten Sie sich immer auf Ursachenforschung begeben, um die Gr├╝nde beispielsweise f├╝r Fehlzeiten besser zu verstehen. Hier kann eine Anfrage bei der Krankenkasse n├╝tzlich sein, bei der die meisten Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen versichert sind. So kann das Budget sp├Ąter effektiv dort eingesetzt werden, wo die gr├Â├čten Defizite bestehen.

5.4 Operative Ziele setzen

Nachdem Sie Ihre Gesundheitsziele definiert und den Istzustand der gew├Ąhlten Zielgr├Â├čen bestimmt haben, gilt es im n├Ąchsten Schritt, die strategischen Ziel in einen operativen Meilensteinplan herunterbrechen.

Ziele sollten nach dem ÔÇ×SMARTÔÇť Prinzip gesteckt werden (Specific, Measurable, Accepted, Reasonable, Time Bound). Das hei├čt, dass operative Ziele klar definiert, messbar, von allen Entscheidern abgesegnet, realisierbar und zeitlich fixiert sein sollten. Ein Zeithorizont von 24 Monaten f├╝r die operative Zielsetzung hat sich in der Praxis bew├Ąhrt.

5.5 BGM Ma├čnahmen selektieren

Nachdem die Zielsetzung erfolgt ist, kann ein Ma├čnahmenplan erstellt werden. Folgende Kriterien sollten daher bei der Selektion geeigneter Ma├čnahmen zur Zielerreichung ber├╝cksichtigt werden:

  1. Zu erwartender quantitativer Effekt auf die Zielgr├Â├če ├╝ber den Planungszeitraum
  2. Direkte Kosten (Finanzierung) der Ma├čnahmen
  3. Indirekte Kosten (Arbeitszeit, Ressourcen des BGM Projektleiters, etc.)
  4. Akzeptanz und Interesse der Mitarbeiter

Unterscheiden lassen sich grunds├Ątzlich pr├Ąventive und korrektive Ma├čnahmen.

Pr├Ąventive Ma├čnahmen zielen darauf ab, die Mitarbeiter proaktiv zum Erhalt ihrer Gesundheit, Motivation und Produktivit├Ąt anzuregen. Diese Ma├čnahmen sind grunds├Ątzlich f├╝r alle Mitarbeiter f├Ârderlich und sollten entsprechend angeboten werden.

Korrektive Ma├čnahmen richten sich an die Mitarbeiter, die bereits krank, demotiviert oder unproduktiv sind und versuchen diesem Negativzustand entgegenzuwirken.

Beide Arten von Ma├čnahmen sind wichtig. Wo Sie Fokus setzen ergibt sich aus der Ist-Analyse.

Ma├čnahmen k├Ânnen auch nach den drei S├Ąulen des BGMs gegliedert werden:

Gesundheitsf├Ârdernde Ma├čnahmen: Dies schlie├čt alle Ma├čnahmen wie Gesundheitskurse und Obstk├Ârbe f├╝r die Mitarbeiter ein.

Gestaltung der Arbeitsprozesse: Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter haben einen immensen Einfluss auf den Gesundheitszustand. Bei B├╝rot├Ątigkeiten entsteht neben dem Bewegungsmangel durch den gestiegenen Arbeitsdruck zum Beispiel auch psychisches Gef├Ąhrdungspotenzial. Beim Streben nach Effizienz sollte der Faktor Mensch daher nicht vergessen werden.

Verhalten der F├╝hrungskr├Ąfte: Gesundheitsmanagement in Unternehmen ist eine F├╝hrungsaufgabe. Ohne bewusste Entscheidung der Unternehmensf├╝hrung ist ein Einstieg wenig erfolgsversprechend. Das Denken und F├╝hrungsverhalten der Manager beeinflusst die Mitarbeitergesundheit ma├čgeblich. Gesundes F├╝hren kann durch Schulungen der F├╝hrungskr├Ąfte in den Fokus gebracht werden. Einen vollst├Ąndigen ├ťberblick geben wir im Artikel zum Thema Gesund F├╝hren.

5.6 BGM Ma├čnahmen implementieren

Nachdem die Ma├čnahmen ausgew├Ąhlt wurden k├Ânnen Sie sich an die Umsetzung machen. Eine wichtige Frage ist hier zum Beispiel, in welchem Rahmen die Ma├čnahmen an die Mitarbeiter kommuniziert werden sollen, welche Ma├čnahmen intern umgesetzt werden k├Ânnen und f├╝r welche Ma├čnahmen Sie einen externen BGM Dienstleister beauftragen wollen.

5.7 Ergebnisse Evaluieren

Genau wie die finanziellen Ausgaben in anderen Abteilungen, werden auch die Investitionen im BGM in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden auf den Pr├╝fstand gestellt. Dabei wird untersucht, wie genau sich Kosten und Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements gegen├╝berstehen.

Nur wenn Sie die Wirksamkeit Ihrer BGM Aktivit├Ąten im Hinblick auf die zuvor gesteckte Zielsetzung evaluieren, k├Ânnen Sie nachweisen, ob sich die Investition auch auszahlt. Deshalb sollte sie das Thema Erfolgsnachweis m├Âglichst fr├╝h auf die Agenda nehmen.

Im Idealfall gehen Sie dabei noch einen Schritt weiter und erfassen neben langfristigen Erfolgskennzahlen auch passende Fr├╝hindikatoren. Mit diesen sogenannten Potenzial- und Prozesskennzahlen erstellen Sie ihr eigenes Kennzahlensystem, das Ihnen neben der perfekten Grundlage f├╝r die Erfolgsbewertung auch ein schlagkr├Ąftiges Steuerungsinstrument liefert.
Betriebliches Gesundheitsmanagement messen mit diesem Kennzahlen
So k├Ânnen Sie zu jeder Zeit genau nachvollziehen wo sie in Sachen Zielerreichung gerade stehen und bei Bedarf den Kurs anpassen. So messen Sie ihr BGM nicht nur, sie steuern es! Einen detaillierten(!) Einblick dar├╝ber, mit welchen Kennzahlen Sie Ihren BGM Erfolg messen und steuern k├Ânnen, geben wir in unserem Leitfaden.

6 Digitales BGM – Die Zukunft des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Immer mehr Anbieter und Unternehmen setzen bei der Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf digitale Formate. Dieser Trend ist schon seit einiger Zeit zu erkennen, wurde jedoch im Zuge der Herausforderungen rund um COVID-19 nochmal stark beschleunigt.

Auch wir setzen bereits seit Jahren auf die stetige Weiterentwicklung unseres digitalen Angebots und sehen dabei in unserem Arbeitsalltag jeden Tag, wie individuell und zielgerichtet wir eine gro├če Anzahl an Mitarbeitern mit unserer App betreuen k├Ânnen:

Digitales betriebliches Gesundheitsmanagement - die Vorteile einer App

Die Vorteile liegen auf der Hand: Gesundheits-Apps sind flexibel einsetzbar und k├Ânnen mit wenigen Klicks eine gro├če Anzahl an Mitarbeitern gleichzeitig erreichen. Darunter auch diejenigen, die bisher aus ├Ârtlichen oder zeitlichen Gr├╝nden nicht regelm├Ą├čig an Ma├čnahmen teilnehmen konnten.

Doch das digitale BGM ist kein reiner Selbstl├Ąufer und steht vor einigen Herausforderungen. Eine zentrale Baustelle ist beispielsweise das Thema Personalisierung. Das Thema Gesundheit hat f├╝r jeden eine individuelle Bedeutung. Es ist deshalb wichtig, dass das digitale Programm an das pers├Ânliche Ziel und Leistungsniveau des einzelnen Mitarbeiters angepasst werden kann. Digitale Programme sollten also immer Blick haben, dass das Programm individuell zusammengestellt werden kann.

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Ein weiteres Thema, dass im digitalen BGM immer wieder in den Fokus r├╝ckt, ist das Thema Datensicherheit. Gesundheitsdaten sind sensible personenbezogene Daten, die zurecht mit den h├Âchsten Sicherheitsstandards erhoben und verarbeitet werden m├╝ssen.

Auch unter Einbezug der Herausforderungen, ist jedoch eine Sache bereits klar: An der Digitalisierung f├╝hrt auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement kein Weg vorbei. Die Vorteile von Apps und anderen digitalen Plattformen sind einfach zu gro├č und werden deshalb in Zukunft immer weiter in den Fokus r├╝cken. Wir

Sie sollten sich fr├╝hzeitig damit auseinandersetzen, welche digitalen Elemente Sie in Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement integrieren k├Ânnen. Einen ausf├╝hrlichen Einblick in die unterschiedlichen digitalen Angebote, sowie deren Chancen und Herausforderungen, geben wir in unserem Leitfaden zum Thema digitales BGM.

7 Betriebliches Gesundheitsmanagement in Deutschland

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in Deutschland noch immer ein relativ neues Thema. Historisch sahen Unternehmen die Verantwortung ├╝ber die Gesundheit eher bei den Mitarbeitern selbst und im Gesundheitssystem.

Eine Studie der FOM Hochschule f├╝r Oekonomie & Management aus dem Jahr 2013 hat ergeben, dass bisher nur in 42,2% der Unternehmen in Deutschland ein BGM etabliert ist (Gansser & Linke, 2013). Zum Vergleich: In den USA gaben mehr als zwei Drittel der Arbeitgeber an, ein Corporate Wellness Programm zu haben (Valet, 2015).

Von den Unternehmen, die kein aktives BGM etabliert hatten, erachteten 79,4% die Einf├╝hrung f├╝r wichtig, obwohl viele angaben, nicht gut ├╝ber das Thema Bescheid zu wissen.

Dennoch gaben nur 5,9% dieser Gruppe an, die Einf├╝hrung eines BGMs konkret zu planen.

Ob ein BGM etabliert war hing au├čerdem ma├čgeblich von der Unternehmensgr├Â├če gemessen an der Anzahl der Vollbesch├Ąftigen ab. Besonders KMUs tun sich bei der Einf├╝hrung offensichtlich noch schwer.

Hier zeigt sich ein erheblicher Bedarf an kompetenter Unterst├╝tzung, hinsichtlich der Frage, wie ein BGM effektiv im Unternehmen etabliert werden kann.

8 Ausbildung und Weiterbildung im BGM

In der Regel wird das BGM nur in Gro├čunternehmen von einem spezialisierten Gesundheitsmanager betreut. Welche Qualifikation ist notwendig, um als betriebliches Gesundheitsmanager erfolgreich zu sein? Verschiedene Lehrstellen bieten eine Ausbildung zum betrieblichen Gesundheitsmanager an.

Vereinzelt gibt es auch Studieng├Ąnge der Betriebswirtschaftslehre, die eine Schwerpunktsetzung im BGM erm├Âglichen.

Eine Weiterbildung f├╝r F├╝hrungskr├Ąfte und Mitarbeiter aus dem Personalwesen bieten mittlerweile ebenfalls viele Hochschulen an.

Eine ausf├╝hrliche ├ťbersicht geben wir in unserem Leitartikel zum Thema Ausbildung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

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8 Comments

  • Richard S.
    13. Juli 2020 um 16:14

    Guter Artikel! Am Ende ist meiner Meinung nach die Selektion der richtigen Ma├čnahmen der entscheidende Erfolgsfaktor – aber auch der herausforderndste. Wie auch schon im Artikel erw├Ąhnt bedeutet Gesundheit f├╝r jeden etwas anderes.

    • Senseble
      14. Juli 2020 um 15:11

      Vielen Dank f├╝r das Feedback. Wir sehen das genauso. Letztendlich ist entscheidend welche Ma├čnahmen umgesetzt werden und ob sie zu den Bed├╝rfnissen der Belegschaft passen. Deshalb hilft reiner Aktionismus nicht weiter. Es gilt vorab sauber zu analysieren welche Themen relevant sind und wo die gr├Â├čten Hebel liegen. Viele Gr├╝├če, Ihr Senseble Team

  • Sebastian Ritter
    17. Juli 2020 um 14:17

    Sehr umfangreicher Artikel, bei dem man zwischendurch eine Pause vertragen kann ­čśë Spa├č beiseite… wirklich viele relevante Infos. Danke f├╝r diese Ausf├╝hrung!

    • Thomas Kirchner
      20. Juli 2020 um 15:51

      Wir mussten beim Schreiben des Artikels auch einige Pausen einlegen ­čÖé ein spannendes Thema eben, zu dem es einiges zu berichten gibt. Es freut uns sehr, dass relevante Informationen f├╝r Sie dabei waren. Viele Gr├╝├če, Ihr Senseble Team

    • S. Bonhoff
      10. September 2020 um 14:10

      Toller Artikel. Habe einiges f├╝r meine Pr├Ąsentation verwenden k├Ânnen. Vielen Dank und herzliche Gr├╝├če aus Bonn!

      • Senseble Health
        18. September 2020 um 17:00

        Das freut uns wirklich sehr zu h├Âren! Viele Gr├╝├če nach Bonn, Ihr Senseble-Team

  • Daria M
    12. Oktober 2020 um 13:11

    Sehr informativ, danke f├╝rs Zusammentragen der Infos. MfG

    • Senseble Health
      14. Oktober 2020 um 20:16

      Vielen Dank f├╝r das Kompliment und sehr gerne! Viele Gr├╝├če, Ihr Senseble-Team

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