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Betriebliche Gesundheitsförderung in 2021 – BGM Maßnahmen richtig umsetzen

Aktualisiert am: 30.03.2021

Betriebliche Gesundheitsförderung in 2021 - BGM Maßnahmen umsetzen

Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein elementarer Baustein im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Um was es sich bei der Gesundheitsförderung genau handelt und warum sie fĂŒr Unternehmen und deren Mitarbeiter so wichtig ist, erlĂ€utern wir in diesem Artikel. Dabei gehen wir sowohl auf analoge als auch digitale AnsĂ€tze der betrieblichen Gesundheitsförderung ein (mit Beispiel-Trainingsvideo). Am Ende zeigen wir zudem noch welche steuerlichen BegĂŒnstigungen nach §3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) fĂŒr die betriebliche Gesundheitsförderung gelten.

1 Was ist Gesundheitsförderung?

Die WHO definiert Gesundheitsförderung wie folgt: „Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der den Menschen mehr Entscheidungen ĂŒber ihre Gesundheit ermöglicht und dadurch die Gesundheit verbessern kann.“

Die betrieblichen Gesundheitsförderung kann dieses Ziel durch eine gesundheitsfreundliche Gestaltung des Arbeitsumfelds und eine positive VerÀnderung des individuellen Gesundheitsverhaltens des einzelnen Mitarbeiters erreichen.

FĂŒr den betrieblichen Kontext wird aus der WHO Definition ebenfalls deutlich: Ohne die aktive Partizipation der Mitarbeiter ist keine nachhaltige Gesundheitsförderung möglich.

1.1 Was fÀllt unter betriebliche Gesundheitsförderung?

Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine Teildisziplin des betrieblichen Gesundheitsmanagements und umfasst ein ganzheitliches Konzept mit Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit, zur Vermeidung von Krankheiten und zur Gestaltung der Work-Life-Balance.

1.2 Was ist der Unterschied von BGM zu BGF?

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) beschĂ€ftigt sich mit der strategischen Planung und der Konzeption von Strukturen und Prozessen. Bei der BGF geht es im Unterschied dazu um Methoden, Inhalte und Handlungsfelder – also um die konkrete Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen.

1.3 Was sind die Vorteile der BGF?

Im Folgenden listen wir einige Vorteile der Gesundheitsförderung fĂŒr Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf:

Vorteile ArbeitgeberVorteile Arbeitnehmer
Steigerung der Motivation durch Identifikation mit dem ArbeitgeberVerbesserung der eigenen Gesundheit
StÀrkung der Arbeitgebermarke und WettbewerbsfÀhigkeit im War for TalentsErleichterter Zugang zu Gesundheitscheck-Ups
Kostenreduzierung durch weniger KrankheitsfÀlleVerbesserung der gesundheitlichen Bedingungen im Arbeitsalltag
Förderung der ArbeitsqualitÀtVerringerung gesundheitlicher Risiken
StÀrkung des Teamgeists durch GruppenaktivitÀtenSteigerung der LebensqualitÀt
StÀrkung der UnternehmenskulturVerringerung bzw. besserer Umgang mit Belastungen
UnterstĂŒtzung der LeistungsfĂ€higkeit der MitarbeiterSteigerung der Arbeitszufriedenheit und Motivation
GestĂ€rkte MitarbeiterbindungGefĂŒhl der WertschĂ€tzung seitens des Arbeitgebers

Laut einer Studie der University of Bristol verbessert regelmĂ€ĂŸige Bewegung die Motivation und KonzentrationsfĂ€higkeit der Arbeitnehmer. Bei der Studie nahmen 201 Arbeitnehmer im tĂ€glichen Wechsel an einem Sportprogramm teil.

Betriebliche Gesundheitsförderung - Studie der University of Brisdol

2 BGF Konzept: Ansatzpunkte fĂŒr Gesundheitsförderung

Schipperges (1982) beschreibt Gesundheit wie folgt: „Gesundheit ist kein Zustand, sondern eine Verfasstheit, kein Ideal und nicht einmal ein Ziel. Gesundheit ist ein Weg, der sich bildet, wenn man ihn geht.“

Neben der Motivation zur Teilnahme an entsprechenden Maßnahmen steht daher die Vermittlung von gesundheitlicher Selbstwirksamkeitskompetenz an erster Stelle. Selbstwirksamkeit zielt darauf ab, den Mitarbeitern aufzuzeigen, wie sie sich selbst aktiv gesund halten können („Empowerment“).

Denn Krankheit ist kein Zustand, der ausschließlich auf Ă€ußeren UmstĂ€nden beruht, sondern wird auch vom Verhalten des Menschen individuell beeinflusst.

2.1 Ansatzpunkt 1: Individuelles Gesundheitsverhalten

Ihre Mitarbeiter verbringen einen erheblichen Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz und bringen in der Regel auch sehr unterschiedliche Voraussetzungen hinsichtlich vorhandener Gesundheitsressourcen mit.

WĂ€hrend einige Mitarbeiter in Ihrer Freizeit regelmĂ€ĂŸig Sport betreiben und sich alltĂ€glich gesund ernĂ€hren, ist das Thema Gesundheit bei anderen Mitarbeitern kaum im Bewusstsein verankert.

Dementsprechend denken manche Mitarbeiter ĂŒberhaupt nicht darĂŒber nach, welche Verhaltensweisen einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben können, oder es fehlt schlichtweg das Wissen, mit welchen Verhaltensweisen die Gesundheit positiv beeinflusst werden kann.

Hier kann betriebliche Gesundheitsförderung ansetzen, indem sie Hintergrundwissen, Handlungsfelder und Effektwissen alltagsnah und anwendbar vermittelt.

2.2 Ansatzpunkt 2: Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz

Gesundheitsförderung im Sinne des sogenannten Setting-Ansatzes setzt bei den Umweltfaktoren an, die die Gesundheit aller beteiligten Personengruppen in einem bestimmten sozialen System beeinflussen.

Im Kontext der beruflichen TÀtigkeit sehen sich die Mitarbeiter Belastungen ausgesetzt, die sie nicht dauerhaft ohne schÀdlichen Einfluss auf die Gesundheit bewÀltigen können.

Die Anforderungen der modernen Arbeitswelt sind im Gegensatz zu frĂŒher weniger durch körperliche Belastungen, sondern durch mangelnde Bewegung, Stress und psychische Risikofaktoren gekennzeichnet.

Zu den 10 stÀrksten Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz zÀhlen laut einer Studie der AOK (2013):

  1. StÀndige Aufmerksamkeit und Konzentration
  2. Termin- und Leistungsdruck
  3. Störungen und Unterbrechungen
  4. Hohes Arbeitstempo
  5. LĂ€rm
  6. Hohe Verantwortung
  7. Zu große Arbeitsmengen
  8. Erforderliche Genauigkeit
  9. Schlechte BelĂŒftung / Klimaanlage
  10. StÀndiges Sitzen

Besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel wird die Gesundheitsförderung fĂŒr Unternehmen immer wichtiger, um langfristig wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben. Auch jĂŒngere Arbeitnehmer leiden zunehmend in jungen Jahren unter den Belastungen der modernen Arbeitswelt.

Als Entscheider im Unternehmen liegt es in Ihrer Macht, die Belastungsfaktoren so gut es geht zu reduzieren, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen zu schaffen und den Mitarbeitern Wege aufzuzeigen, wie sie beruflicher Belastung ohne negativen Einfluss auf ihre Gesundheit standhalten können.

3 Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung

Wie in unserem Praxisleitfaden zum betrieblichen Gesundheitsmanagement beschrieben, mĂŒssen gesundheitsfördernde Maßnahmen zur Strategie des BGM passen und geeignet sein, die gesetzten operativen Ziele zu erreichen.

Die Selektion von Maßnahmen sollte daher auf einer Analyse der vorhandenen Gesundheitsressourcen im Unternehmen und jedes einzelnen Mitarbeiters beruhen um gezielt Handlungsschwerpunkte zu identifizieren.

Dabei kann man aus Maßnahmen der folgenden Kategorien wĂ€hlen:

3.1 PrÀvention (Verhalten & VerhÀltnisse)

Klassisch werden unter dem Begriff der PrĂ€vention solche Maßnahmen verstanden, die darauf abzielen, Krankheiten frĂŒhzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Nach einem modernen VerstĂ€ndnis sind die Ziele von PrĂ€vention deckungsgleich mit dem Ziel der Gesundheitsförderung:

Demnach wird Gesundheitsvorsorge nicht mehr ausschließlich als reine Vermeidungsstrategie, sondern vielmehr als Promotionsstrategie begriffen:
Umwelt und Verhalten sollen so gestaltet bzw. beeinflusst werden, dass die Menschen durch Gesundheitsressourcen VitalitÀt und Wohlbefinden im alltÀglichen Leben erfahren.

In diesem Sinne zielen die beiden Bereiche VerhaltensprÀvention und VerhÀltnisprÀvention, darauf ab:

  • das individuelle Gesundheitsverhalten von Mitarbeitern zu fördern
  • die Arbeitsumgebung gesundheitsfreundlich zu gestalten und
  • belastende Arbeitsbedingungen abzubauen

Die Handlungsfelder der PrÀvention sind:

  • Bewegungsgewohnheiten
  • ErnĂ€hrung
  • StressbewĂ€ltigung & psychische Belastung
  • Suchtmittelkonsum
  • Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsprozesse

Alle konkreten Maßnahmen und Beispiele zu den Schwerpunktthemen stellen wir in unserem Leitfaden PrĂ€vention ausfĂŒhrlich vor.

3.2 Work-Life-Balance

Der Beruf nimmt immer mehr Lebenszeit in Anspruch, bezogen auf die physische Anwesenheit am Arbeitsplatz und zunehmend auch die mentale Bindung an die berufliche TĂ€tigkeit in der vermeintlichen Freizeit.

Die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen an den modernen Arbeitnehmer drĂ€ngen den Freiraum im Privatleben zurĂŒck, was sich auch auf die mentale und körperliche Gesundheit auswirkt.

Die Gestaltung der Work-Life-Balance zielt darauf ab, das VerhÀltnis von Arbeits- und Privatleben wortwörtlich in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen in diesem Kontext reichen von der Gestaltung der LĂ€nge und FlexibilitĂ€t der Arbeitszeiten, ĂŒber die Wahl des Arbeitsortes bis hin zur Anforderung an die Erreichbarkeit der Mitarbeiter außerhalb der Arbeitszeiten. Alles dazu in unserem Artikel zum Thema Work-Life-Balance.

3.3 Gesundheitstag

Die betriebliche Gesundheitsförderung können als dauerhaftes Angebot oder als punktuelle Intervention umgesetzt werden. Mit einem speziellen Thementag kann das Thema Gesundheit sehr konzentriert in das Bewusstsein der Belegschaft gerĂŒckt werden.

Ein vielfĂ€ltiges Angebot an ImpulsvortrĂ€gen und Mitmachangeboten lĂ€dt die Mitarbeiter dazu ein ĂŒber den Tellerrand zu schauen und neue Ideen fĂŒr eine gesunde LebensfĂŒhrung zu erkunden. Wie Sie einen erfolgreichen Gesundheitstag in Ihrem Unternehmen organisieren, erfahren Sie in unserem Praxisleitfaden.

4 Digitale betriebliche Gesundheitsförderung auf dem Vormarsch

Die oben beschriebenen AnsĂ€tze haben sich in der Vergangenheit hauptsĂ€chlich auf Maßnahmen konzentriert, die vor Ort im Unternehmen stattgefunden haben. Aktuell kommen hier jedoch immer mehr digitale Angebot – besonders im Bereich der VerhaltensprĂ€vention – dazu.

Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich bringen digitale Angebote einige bedeutsame Vorteile mit sich. So schafft beispielsweise die individuelle Anpassbarkeit digitaler Programme Relevanz fĂŒr den Nutzer. Die stĂ€ndige VerfĂŒgbarkeit hilft bei der nachhaltigen Integration in den Alltag.

Die aktuellen Entwicklungen rund um das Thema COVID-19 verstĂ€rken die Nachfrage nach digitalen Angeboten zudem enorm. Die Arbeitswelt hat sich fĂŒr viele innerhalb kĂŒrzester Zeit auf den Kopf gestellt: Arbeitsprozesse und Arbeitsorte verĂ€ndern sich nachhaltig und stellen damit neue Herausforderungen an die Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf.

Viele Arbeitgeber fragen sich deshalb aktuell, wie sie ihre Angestellen in dieser herausfordernden Zeit beim Erhalt ihrer Gesundheit unterstĂŒtzen können. Digitale Angebote, die immer und ĂŒberall verfĂŒgbar sind, werden hier in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein.

4.1 Ein digitales Angebot muss Emotionen wecken

Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung beim entwickeln digitaler Angebote ist aus unserer Sicht das Thema Emotion. Wenn das Angebot die Mitarbeiter nicht auf einer emotionalen Ebene erreicht, dann verliert man schnell die Aufmerksamkeit und das Interesse der Mitarbeiter. Im ungĂŒnstigsten Fall bleibt das digitale Angebot dann weitestgehend ungenutzt und die Investition in die Mitarbeitergesundheit zahlt sich nicht aus.

Anbieter digitaler Gesundheitsprogramme mĂŒssen sich deshalb immer wieder die Frage stellen: Wie mĂŒssen wir unser Angebot gestalten, damit wir die Mitarbeiter auf einer Emotionalen Ebene erreichen? Wie halten wir die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter aufrecht?

Nur wenn man Antworten auf diese Fragen findet, kann ein digitales Gesundheitsprogramm seinen vollen Nutzen entfalten und einen nachhaltig positiven Einfluss auf die Gesundheit des Einzelnen nehmen.

Es ist dabei unverzichtbar, dass man bei der Entwicklung digitaler Angebote immer den Nutzer und seine genauen individuellen BedĂŒrfnisse im Fokus hat. Eine One-Size-Fits-All-Lösung bei der man einfach allen MitarbeiterInnen die selben Trainings gibt, kann nicht funktionieren. Hier ein Beispiel-Trainingsvideo, das sich ganz gezielt an MitarbeiterInnen richtet, die gerne etwas Gewicht reduzieren wollen, aber bisher kaum oder wenig Trainingserfahrung haben. Es ist das erste Training unseres Bewegungskurses „Gesund Abnehmen“.

Wir setzen im Zuge dessen beispielsweise auf das, was bei uns auch in der analogen Gesundheitsförderung fĂŒr die stĂ€rkste Bindung sorgt: ein personalisiertes Programm und der Kontakt zu unseren Gesundheitsberatern. Unsere Gesundheitsberater sind in der App nicht nur ĂŒber den Coach Chat jederzeit erreichbar, sondern trainieren und entspannen auch in zahlreichen Kursen gemeinsam mit den Mitarbeitern. So schaffen wir Vertrauen und Motivation. Wichtige Treiber fĂŒr eine nachhaltige Nutzung unseres Angebots.

Mehr ĂŒber die Chancen und auch die Herausforderungen der digitalen betrieblichen Gesundheitsförderung lesen Sie in unserem Artikel: Digitales BGM – So machen Sie ihr Gesundheitsmanagement fit fĂŒr die Zukunft

5 QualitÀtskriterien in der betrieblichen Gesundheitsförderung

SpĂ€testens jetzt sollte klar sein: in der modernen BGF reicht ein Obstkorb als einzelne Maßnahme fĂŒr die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter lĂ€ngst nicht aus.

Doch wie zeichnet sich QualitÀt in der Gesundheitsförderung aus?

Die Luxemburger Deklaration, die im Jahr 1997 erstmalig vom EuropĂ€ische Netzwerk fĂŒr Betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP) verabschiedet wurde, setzt bis heute MaßstĂ€be fĂŒr die Erhaltung von „gesunden BeschĂ€ftigte in gesunden Unternehmen“.

Folgende strategische QualitÀtsmerkmale lassen sich daraus ableiten:

  • Partizipation: der gesamten Belegschaft
  • Integration: BGF wird bei allen wichtigen Entscheidungen im Unternehmen berĂŒcksichtigt
  • Systematik: Alle Maßnahmen sind in einen zielorientierten Prozess eingebunden, bestehend aus Bedarfsanalyse, Priorisierung, Planung, Implementierung und Evaluation
  • Ganzheitlichkeit: BGF schließt verhaltens- und verhĂ€ltnisprĂ€ventive Maßnahmen ein

Eine Übersicht ĂŒber operative QualitĂ€tskriterien bietet die folgende Checkliste:

  1. Gemeinsames GesundheitsverstÀndnis etabliert?
  2. Bestandsaufnahme aller vorhandener Gesundheitsressourcen durchgefĂŒhrt?
  3. Bedarf fĂŒr gesundheitsfördernde Maßnahmen ermittelt? (Soll-Ist Analyse)
  4. Zielgruppen im Unternehmen identifiziert?
  5. Charakteristika (BedĂŒrfnisse, StĂ€rken, SchwĂ€chen) der Zielgruppe identifiziert?
  6. Zielgruppe in der Planung und Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
  7. Klare, messbare Ziele fĂŒr den Erfolg der Maßnahmen definiert?
  8. Geeignetes Konzept mit Maßnahmen definiert?
  9. Verhaltens- und VerhÀltnisprÀvention bedacht?
  10. HĂŒrden fĂŒr die Partizipation durch die Mitarbeiter erkannt und minimiert?
  11. Selbstwirksamkeit (Empowerment) ist zentraler Bestandteil?
  12. Verantwortlichkeiten fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Maßnahmen (intern/extern) geklĂ€rt und geeignete Qualifikation sichergestellt?
  13. Strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen gegeben?
  14. Maßnahmen passen in das Budget?
  15. Geeignete Messinstrumente fĂŒr die Erhebung von Prozesskennzahlen vorhanden?
  16. Geeignete Messinstrumente fĂŒr die Erhebung von Erfolgskennzahlen vorhanden?
  17. Der Zielerreichungsgrad wird bestimmt und bewertet (EffektivitÀt)
  18. Prozesse werden hinterfragt, Kosten- und Nutzen gegenĂŒbergestellt (Effizienz)
  19. Nachhaltigkeit der Maßnahmen wird sichergestellt
  20. Erfolge werden intern und ggf. extern kommuniziert (Öffentlichkeitsarbeit)

6 Steuerliche BegĂŒnstigungen gem. §3 Nr. 34 EStG

6.1 Generelle Infos

Seit dem 01. Januar 2008 wird die Förderung der Mitarbeitergesundheit steuerlich unterstĂŒtzt. Ein Unternehmen kann dabei nach §3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) dabei pro Mitarbeiter und pro Jahr bis zu 600 Euro lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei fĂŒr Maßnahmen der Gesundheitsförderung zuwenden. Bei dem Mitarbeiter kommt es dabei nicht zu einer Anrechnung eines geldwerten Vorteils und hat somit keinerlei steuerlichen Nachteile. Wichtig ist, dass von der steuerlichen BegĂŒnstigung nur Leistungen erfasst werden, die zusĂ€tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden.

6.2 FĂŒr was und wen gilt die BegĂŒnstigung?

Die BegĂŒnstigung können alle Arbeitnehmer in Anspruch nehmen, einschließlich Geringverdiener und Gesellschafter-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Steuerpflichtige anderer Einkunftsarten, wie z.B. AltersbezĂŒge aus einem frĂŒheren ArbeitsverhĂ€ltnis oder der VergĂŒtung bei WerkvertrĂ€gen, werden von der Regelung nicht erfasst.

Wichtig ist auch anzumerken, dass Maßnahmen, wie wir sie im Kapitel 3 aufgefĂŒhrt haben, nur steuerbefreit sind, wenn diese auch hinsichtlich QualitĂ€t, Zweckbindung und Zielgerichtheit die Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V erfĂŒllen. Anders als zu Beginn geplant, ist die Zertifizierung der Maßnahmen keine Voraussetzung fĂŒr die steuerliche BegĂŒnstigung. Eine Klarstellung dessen wurde vom Bundesgesundheitsministerium im Januar 2020 veröffentlicht. Um welche Vorgaben es sich hinsichtlich QualitĂ€t, Zweckbindung und Zielgerichtheit handelt, kann im „Leitfaden PrĂ€vention“ in der aktuellen Fassung vom 1. Oktober 2018 nachgelesen werden.

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13 Comments

  • Winnie B
    4. Mai 2021 um 10:24

    Gesundheitsförderung mit System sieht man leider noch immer zu selten. Hier sieht man wie es aussehen kann! Guter Beitrag, danke!

    • Senseble Health
      4. Mai 2021 um 10:41

      Vielen Dank fĂŒr das tolle Feedback! Ihr Senseble-Team

  • Sina Riedel
    14. April 2021 um 10:35

    Ich bin selber im Bereich Gesundheitsförderung tĂ€tig und freue mich, dass das Thema immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es ist eines der wichtigsten Themen der aktuellen Zeit und nur wenn wir hier Lösungen finden, wird Arbeit auch in Zukunft noch Spaß machen!!! VG

    • Senseble Health
      4. Mai 2021 um 10:40

      Das sehen wir ganz genauso. Herzlichen Dank fĂŒr Ihren Beitrag und viele GrĂŒĂŸe! Ihr Senseble-Team

  • Andrea
    12. Dezember 2020 um 14:49

    Tolles Video â˜ș Da bekommt man direkt Lust zu trainieren đŸ€ž

    • Senseble Health
      12. Dezember 2020 um 15:42

      Vielen Dank fĂŒr das Kompliment! 😀

  • Dr Zuckow
    9. Dezember 2020 um 11:26

    Digitale BGF vermisse ich hier im Artikel 🙂

    • Senseble Health
      12. Dezember 2020 um 15:41

      Absolut richtig 🙂 wir hatten bisher immer einen eigenen Leitartikel zum Thema, haben das Thema „digitale BGF“ jetzt aber auch hier in den Artikel aufgenommen und dabei auf den Leitartikel verlinkt. Schauen Sie gerne mal rein!

  • Sabine Eickhoff
    3. Dezember 2020 um 16:11

    Kommt es nur mir so vor, oder gewinnt das Thema BGF in 2020 immer weiter an Relevanz? Bei uns im Unternehmen steigt das Thema Mitarbeitergesundheit immer weiter nach oben auf der PrioritĂ€tenliste. Aber ist ja positiv. Schön dass ihr hier auch so viel in dem Bereich entwickelt. Weiter so und liebe GrĂŒĂŸe nach MĂŒnchen, Sabine Eickhoff

    • Senseble Health
      12. Dezember 2020 um 15:38

      Auch wir haben das GefĂŒhl, dass das Thema Mitarbeitergesundheit immer wichtiger wird und aktuell weit oben auf der Tagesordnung steht. Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen, ist das aber auch ganz gut so. Viele GrĂŒĂŸe aus MĂŒnchen, Ihr Senseble-Team

  • Bernhard
    29. September 2020 um 12:19

    Schön zusammengefasst. Danke und GrĂŒĂŸe aus der Hauptstadt 🙂

    • Senseble Health
      29. September 2020 um 12:32

      Vielen Dank fĂŒr die Blumen 🙂 und liebe GrĂŒĂŸe zurĂŒck von MĂŒnchen nach Berlin!

    • Sendy
      30. MĂ€rz 2021 um 15:22

      Vielen Dank fĂŒr die Infos und herzliche GrĂŒĂŸe aus Leipzig!

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