Betriebliches Gesundheitsmanagement – der vollständige Praxisleitfaden

Betriebliches Gesundheitsmanagement - der vollständige Praxisleitfaden

Effektiv eingesetzt liefert ein betriebliches Gesundheitsmanagement unzählige Vorteile und steht deshalb zurecht immer weiter oben auf der Prioritätenliste zahlreicher Unternehmen.

Wollen Sie die Chancen eines BGMs auch führ Ihr Unternehmen nutzen? Dann sind Sie hier genau richtig. Egal ob Sie vor der Einführung stehen oder das bestehende Gesundheitsmanagement Ihrer Firma optimieren wollen – wir haben alle wichtigen Informationen für Ihren Erfolg im betrieblichen Gesundheitsmanagement parat!

1 Definition: Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) steht für die systematische Steuerung und Koordination von Prozessen, die die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Motivation von Mitarbeitern in Unternehmen fördern. Das vordergründige Ziel dabei ist, die Leistungsfähigkeit der Belegschaft nachhaltig zu erhalten und messbar zu steigern.

2 Warum betriebliches Gesundheitsmanagement?

Das Erste und das Letzte, was viele von uns jeden Tag in der Hand haben, ist das Smartphone. Die Allgegenwart von Reizen überfordert uns. Lebens- und Arbeitswelten verändern sich, verschwimmen. Wir müssen ständig kreativ sein. Müssen uns ständig verändern, uns neu erfinden. Sollen ständig unter unzähligen Optionen die Beste wählen.

Dies bleibt nicht ohne Folgen: Stress, zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung sind wesentliche Treiber der physischen und psychischen Volkskrankheiten.

Und so wird all das, was den Einzelnen, aber auch Organisationen heute erfolgreich macht – Kreativität, Flexibilität, Agilität –, von der gegenwärtigen Daueranspannung zerrieben und zermalmt. Klar ist: Geht es dem Einzelnen nicht gut, dann sinkt auch schnell die kollektive Energie einer Organisation.

Zunehmend setzt sich in Unternehmen deshalb die Erkenntnis durch, dass die Gesundheit der Mitarbeiter nicht nur die Mitarbeiter selbst etwas angeht. Sie steht maßgeblich mit den Interessen des Unternehmens in Zusammenhang.

Effektiv umgesetzt ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement also ein strategisch wertvoller Faktor für jedes Unternehmen – egal ob kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder Großkonzern.

So fragen sich Führungskräfte und Entscheider: Wie kann ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen erfolgreich implementiert werden?

Wichtig dabei ist zuallererst, dass vor dem Start alle Schritte sorgfältig bedacht werden. Denn übertriebener Aktionismus fügt häufig mehr Schaden zu, als dass er hilft.

Bevor ein BGM zum Erfolgsfaktor in Ihrem Unternehmen werden kann, stellt sich deshalb zunächst die Frage nach der strategischen Zielsetzung.

Es gilt ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen, warum Sie als Unternehmer und Manager Verantwortung für die Gesundheit Ihre Mitarbeiter übernehmen sollten.

2.1 Gründe für ein betriebliches Gesundheitsmanagement

Wie oben bereits angesprochen, befindet sich unsere Arbeitswelt in einem kontinuierlichem Wandel. Eine Vielzahl von Entwicklungen hat dazu geführt, dass sich die beruflichen Anforderungen an die Mitarbeiter verschieben und zu neuen Belastungen im beruflichen Umfeld führen. Dazu zählen:

  1. Arbeit im Dienstleistungssektor ersetzt körperliche Arbeit
    • Weniger Bewegung im Alltag
    • Haltungsschäden durch monotone Schreibtischtätigkeit
  2. Höherer Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit
    • Mehr Arbeit für weniger Mitarbeiter verlangt Multitasking
    • Häufiger leistungsbasierte Vergütung (Boni)
    • Entgrenzung der Arbeit: Freizeit und Arbeit verschwimmen
    • Vermehrt psychischer Druck und Stress
  3. Schnelllebige Technologie
    • Wechselnde Anforderung an die Fähigkeiten der Mitarbeiter
    • Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit wächst
    • Häufigere Ablenkung und Unterbrechung während der Arbeit

Die Mitarbeiter verbringen einen signifikanten Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz. Umso wichtiger ist es, dass die Mitarbeiter mit den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt nicht alleine gelassen werden.

Deshalb sollten Sie ein Gesundheitsangebot für eine neue Zeit schaffen, das jeden Einzelnen zu einem gesünderen Lebensstil mit gesteigertem Wohlbefinden befähigt.

Nachdem wir uns nun die Gründe für ein betriebliches Gesundheitsmanagement angeschaut haben, wollen wir uns im nächsten Schritt Fragen, welche konkreten Ziele mit einem BGM verfolgt werden können.

2.2 Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte nicht nur als weicher Faktor abgetan werden. Jede Maßnahme sollte wohl überlegt sein und muss mittelbar die Wettbewerbsfähigkeit, Profitabilität und das Wachstum des Unternehmens fördern.

Nur wenn das Gesundheitsprogramm einen nachhaltigen Wertbeitrag liefert, können sich die Investitionen in die Mitarbeitergesundheit langfristig in der jährlichen Budgetplanung behaupten.

Folgende harte strategische Ziele lassen sich für das BGM als direkte Bezugsgrößen formulieren:

  • Fehlzeiten reduzieren (Absentismus)
  • Kündigungen reduzieren
  • Arbeitsunfälle minimieren
  • Frühberentungen vermeiden
  • Produktivität maximieren (Präsentismus verhindern)

Zusätzlich gibt es weiche Ziele, die die harten Ziele beeinflussen:

  1. Mitarbeiter fühlen sich wohl bei der Arbeit
  2. Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Unternehmen
  3. Führungskräfte legen gesundes Führungsverhalten an den Tag
  4. Kollegen und Führungskräfte vertrauen einander
  5. Arbeitsprozesse sind gesundheitsgerecht gestaltet
  6. Mitarbeiter sind ihren Aufgaben gewachsen und belastbar
  7. Mitarbeiter werden zu gesundheitsgerechtem Verhalten befähigt und motiviert
  8. Output und Qualität der Mitarbeiter steigen

3 Aufgaben und Teilbereiche des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Die Theorie hinter dem betrieblichen Gesundheitsmanagement baut auf Aaron Antonovskys Gesundheitsmodell der Salutogenese auf (Antonovsky, 1997). Zentrale Idee des Modells ist, dass niemand ausschließlich nur gesund oder nur krank ist. Vielmehr hat jeder ein bestimmtes Spektrum an gesunden und kranken Anteilen. Jeder befindet sich also auf dem Kontinuum von Gesundheit und Krankheit irgendwo zwischen den Polen der vollständigen Gesundheit und der absoluten Krankheit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement und das Konzeopt der Salutogenese

Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es demnach, Menschen dazu zu befähigen, sich möglichst nah dem Pol der Gesundheit auf dem sogenannten „Gesundheits-Krankheits-Kontinuum“ anzunähern.

Gesundheit und Krankheit sind nach Antonovsky keine von außen herbeigeführten Zustände, sondern hängen maßgeblich von der Lebensweise des Individuums ab. Versteht ein Mensch, wie er gesünder leben kann, bekommt einen verständlichen Plan zur Umsetzung und ist sich der Bedeutsamkeit von Gesundheit bewusst, so steigt die Bereitschaft, selbst aktiv auf den Pol der Gesundheit zuzusteuern.

Für die Praxis stellt sich nach dem Prinzip der Salutogenese vorrangig die Frage, wie Mitarbeiter sich selbst gesund halten können, anstelle der Frage, wie Krankheit vermieden werden kann.

3.1 Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Oft wird betriebliche Gesundheitsförderung mit dem Begriff des BGM gleichgesetzt. Tatsächlich ist die Gesundheitsförderung jedoch eine Teildisziplin. Wie der Begriff schon sagt, geht es um die Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen in Unternehmen. Wichtigste Aufgabe der Gesundheitsförderung ist die Verhaltensprävention zur Stärkung der körperlichen und psychischen Gesundheitsressourcen der Mitarbeiter. Im Leitartikel Betriebliche Gesundheitsförderung geben wir eine ausführliche Übersicht über alle operativen BGM Maßnahmen.

3.2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Im Idealfall werden Mitarbeiter gar nicht erst krank. In unvermeidbaren Fälle hat der Arbeitgeber nach der Rückkehr die Pflicht, die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit des Betroffenen zu unterstützen und ein Rückfall in die Arbeitsunfähigkeit zu vermeiden. Alle wichtigen Aspekte beleuchten wir im Leitartikel Betriebliches Eingliederungsmanagement.

3.3 Arbeitsschutz & Arbeitsmedizin

Als Arbeitgeber müssen Sie Ihre Arbeitnehmer bestmöglich vor berufsbedingten Gefahren schützen. Dabei gilt es beispielsweise Arbeitsunfälle zu vermeiden und den Mitarbeiter keiner gesundheitsschädigenden Belastung ohne Schutzmaßnahmen auszusetzen. Im Leitartikel Arbeitsschutz erfahren Sie alles Wichtige über Ihre Pflichten als Arbeitgeber.

Die 3 Säulen des BGMs - BGF BEM und Arbeitsmedizin

4 Wie Sie Ihr BGM organisieren

Zwei wichtige Prinzipien bei der Umsetzung im BGM sind Partizipation und Ganzheitlichkeit: ein BGM kann nur dann erfolgreich sein, wenn 1) die Bedürfnisse aller Mitarbeiter/innen berücksichtig und in die gesundheitsfördernden Maßnahmen einbezogen werden 2) alle Teildisziplinen und Fachbereiche in die Planung umfassend eingebunden werden.

Nur so können Maßnahmen effektiv beschlossen und Ineffizienzen durch Überschneidung von Aktivitäten vermieden werden. Ein ganzheitlicher Blick hilft zudem Synergien zu schaffen und das volle Potenzial auszuschöpfen.

4.1 Arbeitskreis Gesundheit und Gesundheitszirkel

Die Organisation eines Gesundheitsmanagements im Unternehmen ist eine funktionsübergreifende Aufgabe. Daher bietet es sich an, sämtliche planerischen Aktivitäten wie die Wahl der Handlungsfelder und das Festlegen der Ziele und Maßnahmen in einem interdisziplinären Steuerungskreis zu beschließen. Diesem sogenannten Arbeitskreis Gesundheit gehören Vertreter aller relevanter Abteilungen an.

Neben dem Arbeitskreis Gesundheit gibt es in vielen Unternehmen in regelmäßigen Abständen einen Gesundheitszirkel. Hier suchen die Verantwortlichen des Gesundheitsmanagements, im direkten Austausch mit den Mitarbeitern, neue Ideen zur Planung und Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen.
Mehr zum Arbeitskreis Gesundheit und Gesundheitszirkel und wie Sie diese genau organisieren und durchführen, erfahren Sie in unserem Leitfaden.

5 BGM Konzept entwickeln: So führen Sie ein BGM in ihrem Unternehmen ein

Nachdem wir die wichtigsten Grundlagen kennengelernt haben, zeigen wir Ihnen nun einen Prozess, mit dem Sie das betriebliche Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen systematisch aufsetzen und voranbringen:
Mit diesen Schritten entwickeln Sie Ihr BGM-Konzept

5.1 Bestandsanalyse

Bevor Sie anfangen für die Zukunft zu planen, sollten Sie sich zunächst einen Überblick verschaffen, wo das Gesundheitsmanagement Ihres Unternehmens aktuell steht, welche bestehenden Strukturen und Prozesse es gibt und wo mögliche Überschneidungspunkte bei der Planung neuer Aktivitäten entstehen können. Im Rahmen der Bestandsaufnahme identifizieren Sie außerdem alle relevanten Personen im Unternehmen, die in den BGM Prozess eingebunden werden sollten.

5.2 Strategische Zielgrößen wählen

Im Rahmen der strategischen Zielsetzung definieren Sie die Erwartungen, die das BGM im Kontext Ihrer gesamten Unternehmensstrategie erfüllen soll. Wie in der Aufzählung oben beschrieben, lassen sich eine Vielzahl harter und weicher Gesundheitsziele formulieren.

Harte Ziele haben dabei einen direkten Bezug zu Kosten oder Umsatz des Unternehmens, während weiche Ziele im Zusammenhang mit einer nachhaltig gesunden Unternehmenskultur stehen.

Durch eine breite Selektion von harten und weichen Zielen decken Sie die Einflüsse von Gesundheit auf den Erfolg Ihres Unternehmens ganzheitlich ab. Jede gewählte Zielgröße muss sich jedoch quantitativ oder qualitativ evaluieren lassen. Mehr dazu unter 5.7 – Ergebnisse evaluieren.

5.3 Analyse des Status Quo

Nachdem Sie das gesamte Spektrum der für Ihr Unternehmen relevanten Gesundheitsziele definiert haben, müssen Sie den Ist-Zustand der gewählten Zielgrößen bestimmen. Je nach Ziel kommen dabei verschiedene Analysetools in Frage:

AnalyseverfahrenStrategisches BGM Ziel
Dokumentation aus dem PersonalwesenKrankheitstage

Kündigungen durch Mitarbeiter

Anzahl der Arbeitsunfälle

Anzahl der Frühberentungen

Relevante Output Daten aus Produktion & Controlling

Input Daten aus dem Personalwesen

Produktivität
Mitarbeiterbefragungen

Gefährdungsbeurteilungen

Mitarbeiterzufriedenheit

Mitarbeiteridentifikation

Bewertung von Vorgesetzten

Wahrgenommener Stress

Persönliche Gesundheitseinschätzung

Für Ihren nächsten Gesundheitsbericht oder BGM-Report steht über unseren BGM-Werkzeugkasten ein umfassendes Template zum kostenlosen Download bereit.

Neben Analysen sollten Sie sich immer auf Ursachenforschung begeben, um die Gründe beispielsweise für Fehlzeiten besser zu verstehen. Hier kann eine Anfrage bei der Krankenkasse nützlich sein, bei der die meisten Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen versichert sind. So kann das Budget später effektiv dort eingesetzt werden, wo die größten Defizite bestehen.

5.4 Operative Ziele setzen

Nachdem Sie Ihre Gesundheitsziele definiert und den Istzustand der gewählten Zielgrößen bestimmt haben, gilt es im nächsten Schritt, die strategischen Ziel in einen operativen Meilensteinplan herunterbrechen.

Ziele sollten nach dem „SMART“ Prinzip gesteckt werden (Specific, Measurable, Accepted, Reasonable, Time Bound). Das heißt, dass operative Ziele klar definiert, messbar, von allen Entscheidern abgesegnet, realisierbar und zeitlich fixiert sein sollten. Ein Zeithorizont von 24 Monaten für die operative Zielsetzung hat sich in der Praxis bewährt.

5.5 BGM Maßnahmen selektieren

Nachdem die Zielsetzung erfolgt ist, kann ein Maßnahmenplan erstellt werden. Folgende Kriterien sollten daher bei der Selektion geeigneter Maßnahmen zur Zielerreichung berücksichtigt werden:

  1. Zu erwartender quantitativer Effekt auf die Zielgröße über den Planungszeitraum
  2. Direkte Kosten (Finanzierung) der Maßnahmen
  3. Indirekte Kosten (Arbeitszeit, Ressourcen des BGM Projektleiters, etc.)
  4. Akzeptanz und Interesse der Mitarbeiter

Unterscheiden lassen sich grundsätzlich präventive und korrektive Maßnahmen.

Präventive Maßnahmen zielen darauf ab, die Mitarbeiter proaktiv zum Erhalt ihrer Gesundheit, Motivation und Produktivität anzuregen. Diese Maßnahmen sind grundsätzlich für alle Mitarbeiter förderlich und sollten entsprechend angeboten werden.

Korrektive Maßnahmen richten sich an die Mitarbeiter, die bereits krank, demotiviert oder unproduktiv sind und versuchen diesem Negativzustand entgegenzuwirken.

Beide Arten von Maßnahmen sind wichtig. Wo Sie Fokus setzen ergibt sich aus der Ist-Analyse.

Maßnahmen können auch nach den drei Säulen des BGMs gegliedert werden:

Gesundheitsfördernde Maßnahmen: Dies schließt alle Maßnahmen wie Gesundheitskurse und Obstkörbe für die Mitarbeiter ein.

Gestaltung der Arbeitsprozesse: Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter haben einen immensen Einfluss auf den Gesundheitszustand. Bei Bürotätigkeiten entsteht neben dem Bewegungsmangel durch den gestiegenen Arbeitsdruck zum Beispiel auch psychisches Gefährdungspotenzial. Beim Streben nach Effizienz sollte der Faktor Mensch daher nicht vergessen werden.

Verhalten der Führungskräfte: Gesundheitsmanagement in Unternehmen ist eine Führungsaufgabe. Ohne bewusste Entscheidung der Unternehmensführung ist ein Einstieg wenig erfolgsversprechend. Das Denken und Führungsverhalten der Manager beeinflusst die Mitarbeitergesundheit maßgeblich. Gesundes Führen kann durch Schulungen der Führungskräfte in den Fokus gebracht werden. Einen vollständigen Überblick geben wir im Artikel zum Thema Gesund Führen.

5.6 BGM Maßnahmen implementieren

Nachdem die Maßnahmen ausgewählt wurden können Sie sich an die Umsetzung machen. Eine wichtige Frage ist hier zum Beispiel, in welchem Rahmen die Maßnahmen an die Mitarbeiter kommuniziert werden sollen, welche Maßnahmen intern umgesetzt werden können und für welche Maßnahmen Sie einen externen BGM Dienstleister beauftragen wollen.

5.7 Ergebnisse Evaluieren

Genau wie die finanziellen Ausgaben in anderen Abteilungen, werden auch die Investitionen im BGM in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand gestellt. Dabei wird untersucht, wie genau sich Kosten und Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements gegenüberstehen.

Nur wenn Sie die Wirksamkeit Ihrer BGM Aktivitäten im Hinblick auf die zuvor gesteckte Zielsetzung evaluieren, können Sie nachweisen, ob sich die Investition auch auszahlt. Deshalb sollte sie das Thema Erfolgsnachweis möglichst früh auf die Agenda nehmen.

Im Idealfall gehen Sie dabei noch einen Schritt weiter und erfassen neben langfristigen Erfolgskennzahlen auch passende Frühindikatoren. Mit diesen sogenannten Potenzial- und Prozesskennzahlen erstellen Sie ihr eigenes Kennzahlensystem, das Ihnen neben der perfekten Grundlage für die Erfolgsbewertung auch ein schlagkräftiges Steuerungsinstrument liefert.
Betriebliches Gesundheitsmanagement messen mit diesem Kennzahlen
So können Sie zu jeder Zeit genau nachvollziehen wo sie in Sachen Zielerreichung gerade stehen und bei Bedarf den Kurs anpassen. So messen Sie ihr BGM nicht nur, sie steuern es! Einen detaillierten(!) Einblick darüber, mit welchen Kennzahlen Sie Ihren BGM Erfolg messen und steuern können, geben wir in unserem Leitfaden.

6 Digitales BGM – Die Zukunft des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Immer mehr Anbieter und Unternehmen setzen bei der Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf digitale Formate. Dieser Trend ist schon seit einiger Zeit zu erkennen, wurde jedoch im Zuge der Herausforderungen rund um COVID-19 nochmal stark beschleunigt.

Auch wir setzen bereits seit Jahren auf die stetige Weiterentwicklung unseres digitalen Angebots und sehen dabei in unserem Arbeitsalltag jeden Tag, wie individuell und zielgerichtet wir eine große Anzahl an Mitarbeitern mit unserer App betreuen können:

Digitales betriebliches Gesundheitsmanagement - die Vorteile einer App

Die Vorteile liegen auf der Hand: Gesundheits-Apps sind flexibel einsetzbar und können mit wenigen Klicks eine große Anzahl an Mitarbeitern gleichzeitig erreichen. Darunter auch diejenigen, die bisher aus örtlichen oder zeitlichen Gründen nicht regelmäßig an Maßnahmen teilnehmen konnten.

Doch das digitale BGM ist kein reiner Selbstläufer und steht vor einigen Herausforderungen. Eine zentrale Baustelle ist beispielsweise das Thema Personalisierung. Das Thema Gesundheit hat für jeden eine individuelle Bedeutung. Es ist deshalb wichtig, dass das digitale Programm an das persönliche Ziel und Leistungsniveau des einzelnen Mitarbeiters angepasst werden kann. Digitale Programme sollten also immer Blick haben, dass das Programm individuell zusammengestellt werden kann.

Ein weiteres Thema, dass im digitalen BGM immer wieder in den Fokus rückt, ist das Thema Datensicherheit. Gesundheitsdaten sind sensible personenbezogene Daten, die zurecht mit den höchsten Sicherheitsstandards erhoben und verarbeitet werden müssen.

Auch unter Einbezug der Herausforderungen, ist jedoch eine Sache bereits klar: An der Digitalisierung führt auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement kein Weg vorbei. Die Vorteile von Apps und anderen digitalen Plattformen sind einfach zu groß und werden deshalb in Zukunft immer weiter in den Fokus rücken. Wir

Sie sollten sich frühzeitig damit auseinandersetzen, welche digitalen Elemente Sie in Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement integrieren können. Einen ausführlichen Einblick in die unterschiedlichen digitalen Angebote, sowie deren Chancen und Herausforderungen, geben wir in unserem Leitfaden zum Thema digitales BGM.

7 Betriebliches Gesundheitsmanagement in Deutschland

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in Deutschland noch immer ein relativ neues Thema. Historisch sahen Unternehmen die Verantwortung über die Gesundheit eher bei den Mitarbeitern selbst und im Gesundheitssystem.

Eine Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management aus dem Jahr 2013 hat ergeben, dass bisher nur in 42,2% der Unternehmen in Deutschland ein BGM etabliert ist (Gansser & Linke, 2013). Zum Vergleich: In den USA gaben mehr als zwei Drittel der Arbeitgeber an, ein Corporate Wellness Programm zu haben (Valet, 2015).

Von den Unternehmen, die kein aktives BGM etabliert hatten, erachteten 79,4% die Einführung für wichtig, obwohl viele angaben, nicht gut über das Thema Bescheid zu wissen.

Dennoch gaben nur 5,9% dieser Gruppe an, die Einführung eines BGMs konkret zu planen.

Ob ein BGM etabliert war hing außerdem maßgeblich von der Unternehmensgröße gemessen an der Anzahl der Vollbeschäftigen ab. Besonders KMUs tun sich bei der Einführung offensichtlich noch schwer.

Hier zeigt sich ein erheblicher Bedarf an kompetenter Unterstützung, hinsichtlich der Frage, wie ein BGM effektiv im Unternehmen etabliert werden kann.

8 Ausbildung und Weiterbildung im BGM

In der Regel wird das BGM nur in Großunternehmen von einem spezialisierten Gesundheitsmanager betreut. Welche Qualifikation ist notwendig, um als betriebliches Gesundheitsmanager erfolgreich zu sein? Verschiedene Lehrstellen bieten eine Ausbildung zum betrieblichen Gesundheitsmanager an.

Vereinzelt gibt es auch Studiengänge der Betriebswirtschaftslehre, die eine Schwerpunktsetzung im BGM ermöglichen.

Eine Weiterbildung für Führungskräfte und Mitarbeiter aus dem Personalwesen bieten mittlerweile ebenfalls viele Hochschulen an.

Eine ausführliche Übersicht geben wir in unserem Leitartikel zum Thema Ausbildung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

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Das Senseble BGM Handbuch – kostenlos downloaden

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