Stressmanagement: Psychische Gefahren am Arbeitsplatz

Stressmanagement - Psychische Gefahren am Arbeitsplatz

Heutzutage wird das Wort „Stress“ häufig mit einem psychisch belastenden Umstand gleichgesetzt. Geht man das Thema jedoch etwas medizinischer an, so ist Stress viel mehr eine als Reaktion des Körpers auf eine Belastung zu verstehen.

Diese Reaktion ist vom Grundsatz her auch nicht immer unbedingt etwas Schlechtes und kann unter Umständen sogar förderlich sein (bspw. kurz vor der Ziellinie eines Sprints oder positive Anspannung in einem Bewerbungsgespräch).

Wie entsteht Stress?

Wie viel Stress eine Situation hervorrufen kann, ist von Person zu Person unterschiedlich. Dem transaktionalen Stress-Modell nach Lazarus nach, ist Stress abhängig von der persönlichen Bewertung eines Umstands. Trifft ein Reiz auf das Bewusstsein eines Menschen finden zwei Arten der Bewertung statt: die Erste wägt ab ob der Reiz und somit der potentielle Stressfaktor relevant für einen selbst ist.

Ist dies der Fall, so wird im nächsten Schritt geprüft, ob die vorliegenden Ressourcen ausreichend sind, um die Situation erfolgreich zu bewältigen. Falls ja, ist alles ok.

Trifft dies jedoch nicht zu, beispielsweise aus Mangel an Zeit oder Wissen, entstehen Stressreaktionen. Kommt dies häufiger vor, steigt die Gefahr von chronischem Stress (Dauerstress).

Was sind Stressauslöser?

Ein Auslöser einer Stresssituation kann von verschiedener Natur sein. In der Regel wird zwischen folgenden Auslösern (Stressoren) unterschieden:

a) Interne Auslöser

Die inneren Auslöser von Stresssituationen sind meist tief in unserem Unterbewusstsein verankert und lassen sich häufig bis in die Kindheit oder zu einem Schlüsselereignis einer Person zurückverfolgen. Diese Stressoren haben direkten Einfluss auf die Wahrnehmung einer Situation und können beispielweise durch zu hohe Erwartungen an sich selbst, eine geringe Belastbarkeit oder unerfüllte Träume auftreten.

b) Externe Auslöser

Die externen oder äußeren Stressoren können Zustände oder Situationen sein, die Unbehagen auslösen. Hierzu zählen beispielsweise: Schmerz, Schulden, Wartezeiten, Lärm oder Kritik.

c) Soziale Auslöser

Die sozialen Auslöser fallen in die Gruppe der psychosozialen Belastung und können beispielsweise durch schlechte Arbeitsbedingungen, Isolierung, anstrengende Arbeitszeiten oder Mobbing hervorgerufen werden.

d) Psychisch-mentale Auslöser

Die psychisch-mentalen Auslöser gehören der Gruppe der psychischen Belastung an und treten beispielsweise bei Konkurrenz- oder Leistungsdruck oder auch Über- wie Unterforderung auf.

Stress am Arbeitsplatz

Der Volksmund sagt Arbeit ist das halbe Leben – und das statistische Bundesamt kann dem zustimmen. Im Schnitt arbeiten volljährige Deutsche rund 45 Stunden pro Woche. Das Statistische Bundesamt behandelt dieses Thema in ihrer Publikation „Wie die Zeit vergeht“ genauer.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Stressauslöser direkt oder indirekt mit dem Berufsalltag in Verbindung gebracht werden kann. Häufig genannte Stressoren sind in diesem Zusammenhang Erwartungsdruck, Multitasking, Zeitdruck, Überstunden aber auch Monotonie oder zu lange Pausen.

Kommen hierzu noch private Faktoren wie ausreichend Einkommen, genug Zeit für Familie, Todesfälle oder eine Trennung hinzu, können sich Effekte erheblich multiplizieren.

Symptome

Eine Vielzahl an Berufstätigen reagieren auf Stress am Arbeitsplatz mit klassischen Symptomen: Über 30% der Berufstätigen können sich nicht konzentrieren, werden unruhig oder depressiv. Über 50% erleiden Schlafstörungen und jede/r 7. hat gelegentlich Herzrasen am Arbeitsplatz. Betrachtet man Gründe für Arbeitsunfähigkeit, so verursachen psychische Belastungen wie beispielsweise Burnout mittlerweile jeden 10. Krankheitstag.

Folgen

Viele Arbeitnehmer verschlechtern ihren Zustand auf der Suche nach einem Ausweg sogar: so konsumieren 13% der Arbeitnehmer Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen und knapp 25% der Deutschen Berufstätigen raucht. Um Schlafmangel und Unruhezuständen entgegenzuwirken greifen auch immer mehr Deutsche zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln und überschreiten die ärztlich empfohlene Einnahmedauer.

Stressmanagement: Struktur und Vorgehen

Möchte man Stressmanagement wirksam betreiben, so ist es zunächst wichtig sich mit der Ausgangslage und dem gewünschten Zielzustand zu beschäftigen. Ansonsten fokussiert sich das Stressmanagement im Prinzip darauf, die wahrgenommene Belastung von Mitarbeitern sowie deren Ursachen zu reduzieren.

Eine weitere Form der Stressbekämpfung ist das Ressourcenmanagement, welches sich als Ziel setzt, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, um so die Belastbarkeit von Mitarbeitern zu erhöhen.

Generell lassen sich folgende Stressmanagement-Ziele definieren:

  • Verringern der objektiven Belastung
  • Verringern der subjektiven Belastung
  • Steigern der Ressourcen
  • Steigern der Toleranz gegenüber Belastbarkeit

Welche Ziele für ein Unternehmen im Vordergrund stehen sollten, bzw. welche am schnellsten zu erreichen sind, ergibt eine umfassende Stressanalyse. In der Regel starten Firmen mit einer Form der kognitiven Stressbewältigung, sprich Stress hervorrufende Umstände zu erkennen und zu minimieren.

Stressmanagement: Tipps zur Entspannung für Mitarbeiter

  1. Bewegung hält fit – auch im Kopf!

    Regelmäßige Bewegung hilft dem Körper ausgeglichener zu sein. Dies trifft vor allem zu, wenn man eine Tätigkeit ausübt, bei der man hauptsächlich sitzt (bspw. einem Bürojob). Mehr zum Thema „Bewegung am Arbeitsplatz“ finden Sie hier.

  2. Frische Luft ist wichtig!

    Gerade in kleinen Räumen oder auch großen Büros mit beispielsweise hustenden Kollegen, ist es extrem wichtig für ausreichend frische Luft zu sorgen. Vor allem in Monaten wo zusätzlich noch die Heizung läuft und für trockene Luft sorgt, kann ein regelmäßiges Lüften das Risiko von Kopfschmerzen reduzieren.

  3. Planen verschafft einen Überblick!

    Um dem Auftreten von Stress vorzubeugen, ist es sinnvoll, sich seine Ressourcen richtig einzuteilen. Schriftlich festgehaltene To-Do-Listen helfen den Arbeitstag zu strukturieren und Pausen zur Entspannung lassen sich gleich mit einplanen.

  4. Wer gesund isst, bleibt auch fit im Kopf!

    Eine ausgewogene Ernährung bildet die Grundlage dafür, dass unsere Körper leistungsfähig sind. Neben der Frage „was sollte man essen?“, darf die Frage „wie sollte man essen?“ nicht zu kurz kommen. Besonders sinnvoll ist es, die Nahrungsaufnahme gleichmäßig über den Tag zu verteilen um eine stetige Energiezufuhr zu gewährleisten. Bei der Frage nach dem „Was?“ helfen besonders nährstoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrote, Obst, Gemüse oder eine Hand voll Nüsse für zwischendurch. Es ist ebenfalls geraten, die Nahrungsaufnahme nicht am Arbeitsplatz oder gar parallel zur Arbeit stattfinden zu lassen – gönnen Sie sich lieber eine bewusste Pause um Kraft zu tanken!

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie man ein stressfreies Arbeitsumfeld gestaltet und Mitarbeitern und Kollegen Raum zur Entspannung bietet, schauen Sie gerne einmal in unseren BGM-Werkzeugkasten rein. Dort finden Sie weitere hilfreiche Tipps um ein angenehmes Arbeitsklima langfristig aufrecht zu erhalten.

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